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Am ersten Septemberwochenende spendierte der Wettergott den Organisatoren blauen Himmel bei angenehmen 25 Grad Außentemperatur ein Geschenk zum 30. Geburtstag des Salon ULM de Blois. Das wohl wichtigste und größte UL-Event der Welt zog einmal mehr viele Aussteller, Besucher und Piloten aus ganz Europa nach Frankreich. Neuigkeiten, besonders für das französische Publikum, gab es en masse und für alle galt, in Anlehnung an das französische Laisser-faire: Laisser-fly - lasst fliegen ohne Einschränkung. Was für ein Kontrast! Dichter Nebel herrscht morgens in Nordwestdeutschland ein Tag vor dem Event. Wir wollen die 500 Kilometer stilecht im UL bis zum Aärodrome de Blois — Le Breuil fliegen. Am frühen Nachmittag wagen wir doch noch den Abflug im zweisitzigen EGVoyager bei marginaler Sicht gen Süden. Wir passieren die Eifel, überqueren Luxemburg und dann empfängt uns strahlender Sonnenschein über Frankreich. Trotz Gegenwind von bis zu 80 Stundenkilometer brauchen wir nur dreieinhalb Stunden. Schon im Anflug auf den Flugplatz LFOQ am späten Nachmittag machen wir Bekanntschaft mit der entspannten Art des Fliegens in Frankreich. Praktisch ohne Flugkontrolle reiht man sich einfach in einer langen Schlange südlich des Flugplatzes im Gegenanflug ein. Schätzungsweise sind wir der zehnte Flieger. Den Verkehr wachsam beobachten und ein paar Minuten später landen wir auf der Grasbahn 12. Schon aus der Luft waren überraschend viele Aussteller zu sehen, aber auch etliche Luftfahrtbegeisterte, die auf dem neu geschaffenen Parkplatz südlich der Bahn ihre 14 Zelte zur Übernachtung aufschlugen. Mit 8460 Besuchern in zwei Tagen, überwiegend am Samstag, lag die Zahl auf dem Niveau vergangener Jahre. Die relativ hohe Anzahl der Aussteller bot dem Publikum einen kompletten Eindruck in die französische UL-Szene. Echte Premieren gab es zwar kaum, aber dafür einige nationale Erstvorstellungen. Einen wahren Triumph feierten die zahlreich anwesenden italienischen Hersteller, die allerdings dem absoluten Star der Veranstaltung, Ni no Fama mit seinem UL-Hubschrauber mit Turbinenantrieb, nicht das Wasser reichen konnten. Viele Antriebsalternativen zu Rotax entdeckten wir in Blois. Für mitteleuropäische Verhältnisse waren auch ungewöhnlich viele Trikes und Gyrokopter vertreten. Die Preisspanne aller angebotenen Flieger reichte von 5.000 bis 150.000 Euro. Bei den Dreiachsern zeichnete sich ein Trend zum leichter bezahlbaren Flugzeug ab. Schilder mit der Aufschrift „Occasion" (franz. Gelegenheit bzw. Gebraucht) bescherte Ausstellern Menschentrauben. Doch für viele Interessenten bedeutete die 60.000 Euro-Marke der guten Occasion doch eine Schallmauer. Erstaunt waren wir über die vielen Flugzeughersteller, die STOL-Dreiachs-Modelle zeigten, deren Flügel mit Vortex-Generatoren anstelle von Vorflügeln ausgestattet waren. Auch auf Trike- Flächen waren diese V-Generatoren zu sehen. Marino Boric ti www.flysynthesis.com Flügel Nr. 105 - 512010 FlySynthesis FlySynthesis aus Norditalien zeigte sich sehr zufrieden mit der Reaktion des französischen Publikums auf ihre gesamte Produktpalette. Absoluter Liebling war die Catalina LG, die die Franzosen mit ihrem ungewöhnlichen Konzept verzauberte. Vom Firmeninhaber erfuhren wir, dass die ursprünglich angepeilte Produktionsrate wegen der Aldb großen Nachfrage verdoppelt werden soll. ) Messe / Blois) Patrice Houde Der in Frankreich gut bekannte Konstrukteur Patrice Houde präsentierte eine echte Weltpremiere in Blois. Sein neuestes Werk heißt Bimax und ist, wie der Hersteller in Blois scherzte, das beste Flugzeug aus Naturfaser-Komposit-Material - ein Tandem-Zweisitzer aus Holz und Tuch. Der Spornradflieger hat große Ähnlichkeit mit dem einsitzigen Speedmax, der im letzten Jahr vorgestellt wurde. Der Bimax soll samt Rettung 265 Kilo auf die Waage bringen. Die Leistung des Holz-Tuch- Fliegers lässt sich auch in der modernen Welt sehen: 230 km/h Höchst- und 210 km/h Reisegeschwindigkeit verspricht Houde mit einem 80 PS Rotax 912. Eine Besonderheit des Flugzeugs ist, dass die äußeren zwei Drittel der Flügel abnehmbar sind. Mit 2,40 Metern Breite kann man den Bimax auf der Straße transportieren. Der Erstflug des 47.700 Euro (netto) teuren Fliegers ist für Oktober 2010 geplant. phoude2005@yahoo.fr Vortex-Generatoren Die italienische Firma Dedalo Veleria verursachte einen spürbaren Vortex-Generatoren-Trend in Biois, da sie mit ihrem Produkt während des Salons täglich ein Dutzend Fest- und Softflächen-Flieger vor dem interessierten Publikum ausstat-tete. Die ungewöhnlich kleinen Vortex-Generatoren klebte Tino Venturi, der Inhaber der Firma, mit Hilfe einer Schablone in etwa 20 Minuten auf die komplette Tragfläche. Die kleinen Kunststoffteile auf der Oberseite des Flügels versetzen die vorbeiströmende Luft in eine Rotationsbewegung, so dass die Luft im Grenzbereich über dem Flügel länger dessen Konturen folgt und die Strömung später abreißt. Dadurch wird ein Flugzeug im unteren Geschwindigkeitsbereich länger kontrollierbar; besonders die Seitenruder bleiben länger effektiv, wie uns der Pilot eines umgerüsteten Fliegers erklärte. So ein VG-Set zur Selbstmontage kostet um 120 Euro, von der Firma eingebaut zahlte man während der Messe 240 Euro. Im nächsten Flügel berichten wir ausfiihrlich über diese Technik. valeria.dedaleliberoit Fama Kiss 209M Erstmalig zeigte Nine Fama, zusammen mit seinem französischen Vertreter Michel Haen, seinen Turbinen- UL-Hubschrauber in Frankreich. Was als erster Abstecher aus Italien zur Sondierung des Marktes gedacht war, entpuppte sich als Bestseller der Veranstaltung. Am Sonntag vor der Abreise sagte uns der erschöpfte Nino Fama: „Ich hoffte, zwei Geräte verkaufen zu können. Von vier Verkäufen habe ich geträumt. Zehn unterschriebene Verträge nehme ich mit nach Hause." Er stößt damit wohl an die Grenzen seiner derzeitigen Herstellungskapazität. Sein Kiss 209M wird von einer SOLAR-T62 Turbine angetrieben und soll ohne Motorverkleidung 262 Kilo wiegen. Den 130.000 Euro teuren Zweisitzer wird es demnächst auch mit Kufen geben, zusätzlich zu dem derzeitigen einziehbaren Fahrwerk. www.famahelicopters.com Breezer Breezer war in Blois mit mehreren Flugzeugen vertreten. Der bekannte deutsche Tiefdecker kam beim Publikum mit seinem neu gestalteten Innenraum gut an. www.breezeraircraft.de JMB Aviation Die Firma JMB Aviation machte richtig Eindruck auf Besucher mit dem wohl größten Stand auf der Messe, der gegenüber dem Vorjahr an Größe noch ein Drittel zugelegt hatte. Zu sehen gab es als Bestseller den VL3 mit fixem und einziehbarem Fahrwerk (ab 71.300 Euro), die Skylane (ab 52.900 Euro) und den MP- 02 (Czajka, ab 61.900 Euro). Der Importeur vertreibt diese Geräte in ganz Europa, außer in den Ländern des ehemaligen Ostblocks. www.v1.3ulm.com Shark Der schnittige Tandemflieger aus der Slowakei war leider nur als Kabinen-Mockup zu bewundern. Laut Firmenvertreter ist die Produktion zurzeit eingefroren und soll demnächst mit im Werk vorhandenen Teilen vorangetrieben werden. www.shark.aero Direct FIy Der robuste Basis- Tiefflügler aus Tschechien wird in Frankreich von Air Occitanie fertig gebaut und als Bausatz vertrieben. Den Aito TG912 soll es in den Varianten UL, LSA und ELA geben. www.directrly.cz Flügel Nr. 105 - 5/2010 15 )Messe / Blois ) Airflow, Twinbee Diesen Flieger haben wir als Weltpremiere auf der AERO 2010 gesehen; erstmalig konnte man ihn jetzt in Frankreich bewundern. Neuigkeiten gab es bei Airflow auch. Ausgestellt war ein Modell ohne Verkleidung mit dem Rotax 912, der als Antriebsquelle zusätzlich zu dem bisherigen Verner-Motor in der Preisliste zu finden sein wird. Für die belgische Firma Airflow war dies eigentlich eine Hausmesse, da die Twinbee- Produktion auf dem Flugplatz Blois bei der Firma Aerosynergie angesiedelt ist. www.t-winbee.com Millenium Master Der Flieger der italienischen Firma Compact Compositi war erstmalig in der Öffentlichkeit als Bausatz ausgestellt. Als Antrieb verwendet man einen Vierzylinder-Jabiru-Motor. www.millennium-aircraft.com ProMecc, Sparviero Die süditalienische Firma hat, obwohl erst kurz auf dem Markt, tiefe Wurzeln in Frankreich geschlagen. Sie reiste wohl deshalb mit vier Sparviero-Flugzeugen (80 und 100 PS) an, die sich im letzten Jahr mehrfach in Frankreich verkauft haben. wwweramecc.com GI Aviation Die französische Firma präsentierte erstmalig in Frankreich den G I SPYL, der sich von anderen Modellen des Hauses durch den neuen Flügel mit Vortex- Generatoren unterscheidet. Zusätzlich zeigte man eine neue Auspuffanlage, die wesentlich leiser ist als die bisherige. www.glaviation.com Yuneec Die britisch-chinesische Firma war erstmalig in Blois anwesend, musste sich aber leider aus bürokratischen Gründen mit statischen Vorführungen ihres Elektroantriebs begnügen. Der E430 zog trotzdem sehr große Aufmerksamkeit auf sich und man sah dem Publikum den Kaufwillen für den ersten richtigen E-Flieger regelrecht an. Eine kleine Neuigkeit gab es am Flugzeug auch: Der Propellerspinner der Firma DUC war montiert, der nahe der Spitze sechs elliptische Öffnungen zur Kühlung des Motors besitzt. www.yuneec.co.uk 16 Nando Groppo Nando Groppo aus Norditalien brachte den nagelneuen Tandem- Zweisitzer Trial mit nach Frankreich. Der robuste Schulterdecker wurde vom französischen Publikum schnell umgetauft zum „Himmelsjeep". Der französische Importeur Silvio war begeistert von der Klapptechnik der Flügel, die von einer Person ohne Werkzeug bedient werden kann. www.silvair.fr, www.groppo.it Beringer Das umtriebige Familienunternehmen zeigte in Blois außer der schon in Oshkosh vorgestellten Bremsanlage mit Anti-Skid-Funktion auch etwas Neues: überdimensionale Tundrareifen für geländegängige Flugzeuge. Diese enormen Tubeless-Räder mit einem Durchmesser bis 26 Zoll bot man mit Felge und Bremsanlage (Gesamtgewicht 12,8 kg) zum Preis von 930 Euro an. www.beringer-aero.com Flügel Nr. 105 - 512010 A,eroservice Guepard Auch diese französische Firma präsentierte für ihr robustes Flugzeug einen rechteckigen Ganzmetall- Flügel, der mit Vortex-Generatoren ausgestattet war. Dieser Flügel wird demnächst bei dem noch nicht präsentierten Modell Guepard TT für "Tout Terrain" verwendet. www.aeroservices.fr les). Laurent Thevenot Mit seinem elektro- angetriebenen Trike sorgte Laurent Thevenot für großes Interesse. Obwohl Thevenot nicht Hersteller des Elektroantriebes ist, war sein Stand außerordentlich gut besucht. Das einzige E-Trike der Veranstaltung war bei jeder möglichen Gelegenheit in der Luft. www.lamouette.com Autogyros In Frankreich sind Autogyros traditionell sehr stark. Dementsprechend gab es auch viele Fluggeräte zu sehen. Mit dem größten Angebot war die Firma Magni vertreten (siehe unser Beitrag ab Seite 34). von offenen bis geschlossenen Modellen praktisch alles da. Brako Gyro/Pagotto aus Norditalien zeigte seinen offenen Zweisitzer, der eine interessante technische Neuerung aufwies: eine mechanische Sperre für den Prerotationshebel. Der französische Xenon, ein zweisitziger side-by-side Autogyro, präsentierte sich erstmalig mit einem neuen Motor von UL-Power. dem UL 350i. der extra als Antrieb für Hubschrauber und Autogyros konzipiert ist. Air Creation Eine Neuheit der bekannten französischen Firma war in Blois das Modell Skypper. Angetrieben mit einem Zweitakt-Rotax ist es das neue Einstiegsmodell des Herstellers (siehe auch Pilot Report Seite 30). www.aircreation.fr Auf dem Stand von Air Borne war das Topmodell XT 912 Tundra zu sehen. Mit vergrößerten Rädern ist das Gerät für schlechte Landestrecken gedacht. Die Geschwindigkeit liegt bei 140 Stundenkilometer, das Gewicht bei 220 bei Kilo. www.airborne-fra nce.com Michel Guillermin Vision heißt das neueste Produkt von Michel Guillermin. Der Zweisitzer mit geschlossener Kabine kann schnell zum Einsitzer umfunktioniert werden. Der Antrieb ist ungewöhnlich; im Rücken sitzt ein Ecoyota- Motor mit Turboaufladung. www.mg.composite.com DTA Bis dato hat die französische Firma großen Erfolg gehabt besonders mit dem Modell Magic. In Blois zeigte man eine neue aerodynamische Verkleidung mit dem Namen Surf. Diese passt auf alle Combo- Modelle und hat einen Preis von 2.250 Euro. www.dta.fr Flügel Nr. 105 - 5/2010 17 111P Read more in the printed edition!