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) Messe ) AERO 2010 Spiel, Satz und Sieg Es war ein mutiges Experiment. Die Messe Friedrichshafen wagte im letzten Jahr die Einführung der AERO mit jährlicher Frequenz. Viele Aussteller waren verunsichert. Einige sagten ab. Andere meldeten sich später trotzdem an. Doch das Risiko hat sich gelohnt. Ein interessantes Messeprogramm, der spürbar beginnende Aufschwung nach dem schwachen Jahr 2009 sowie gutes Flugwetter an allen Messetagen bescherten Ausstellern und der Messe den gewünschten Erfolg sowie die Bestätigung, dass der mutige Schritt richtig war. Texte und Fotos von Robby Bayerl, Marino Boric, Dimitri Delemarle, Toni Ganzmann, Uli Hahn, Bettina C. Larrarte, Werner Pfändler, Johann Raskop, Leon- Alexis Schweizer, Willi Tacke, Philippe Tisserant Unkenrufe hatte es viele gegeben. Die deutschen Segelflugzeug- hersteller boykotierten die Messe fast geschlossen und auch einige UL- und LSA Hersteller blieben zuhause. Die Mehrzahl aber folgte dem Ruf der AERO und wurde belohnt. Zwar waren die statistischen Präsenz-Zahlen nicht so beeindruckend wie die der Rekordmesse 2009. „Wir hatten intern gesagt, dass wir auf jeden Fall 300 plus Aussteller schaffen wollen, um eine erfolgreiche Messe zu machen“, so Thomas Grunewald, scheidender AERO-Chef. Schließlich waren es 504 (2009: 625). „Auch die Zuschauerzahl lag mit 39.700 Besuchern unter dem Vorjahr (2009: 46.400), aber weit über den Erwartungen.“ Doch nicht die Quantität definiert den Erfolg einer Messe, sondern die Qualität der Geschäftskontakte. „Es waren vielleicht etwas weniger Zuschauer, aber die, die bei uns am Stand waren, waren kompetent und auch bereit zu kaufen“, so Walter da Costa, Marketingdirektor bei Tecnam. „Wir konnten hier Deals für 28 Maschinen in die ganze Welt abschließen“, freut sich der gebürtige Italiener. „Damit ist die AERO für uns momentan der erfolgreichste Marktplatz weltweit.“ Auch das fachlich interessierte Publikum kam auf seine Kosten. Einige vollkommen neue Flugzeug- entwürfe hatten ihre Weltpremiere auf der Messe. Die e-flight-expo zeigte, dass der Elektroflugsektor immer mehr Dynamik entwickelt. Der Hersteller- Verband LAMA gründete auf der Messe seinen europäischen Ableger. Die EASA erklärte die neuen Basisregeln für 600 kg-LSAs in Europa und die neue 120 kg-Klasse war bereits mit mehreren Maschinen vertreten. CS-LSAs im Anflug Schon vor einiger Zeit hatte die EASA angekündigt, dass die ASTM- Regeln für eine LSA-Kategorie innerhalb der ELA 1-Klasse Anwendung finden werden. Jetzt war von den Männern aus Köln Klartext zu hören: schon in den nächsten Wochen würden die Regeln für eine beschränkte Typenzulassung für LSA-Flugzeuge veröffentlicht werden. Diese europäischen CS-LSA-Regeln basieren auf den amerikanischen LSA- Vorschriften mit Basisgewicht von 600 kg (Wasserflugzeuge 650 kg). Im Gegensatz zu den US LSA-Regeln benötigen die Flugzeuge in der CS-LSA-Kategorie jedoch eine EASA-Typenzulassung. Um Flugzeuge mit Typenzertifizierung entwickeln zu dürfen, muss der Designer über eine Konstruktions-Zulassung der EASA (DOA = Design Organisation Approval) verfügen. Damit das Flugzeug auch hergestellt werden kann, wird eine Zulassung als Produktionsstätte (POA = Production Organisation Approval) benötigt. Um die Entwicklungs- und Herstellungskosten dennoch im Rahmen halten zu können, hat die EASA eine spezielle, beschränkte Typenzulassung entwickelt (RTC = Restricted Type Certificate). Einer der Vorteile der RTC ist, dass bei diesen Flugzeugen, im Gegensatz zu den uneingeschränkt zugelassenen Maschinen, weder Motor und Propeller, noch die Instrumente zertifiziert sein müssen. Nach den jetzigen Plänen soll es die RTC für VLAs und LSAs geben, die beide in der ELA 1-Klasse fliegen werden. Noch auf der AERO kündigten Flight Design und Tecnam an, ihre LSAs in Europa zukünftig als RTC-LSA zu verkaufen. Das hat den Vorteil, dass die Maschinen, im Gegensatz zur Permit to Fly, auch in der Schulung ohne Beschränkung eingesetzt werden können. LAMA kommt nach Europa Die meisten Leichtflugzeug- Hersteller stammen aus Europa. In den USA bieten sie ihre Maschinen in einer LSA-Variante und in Europa als UL an. Die Light Aircraft Manufacturers Association (LAMA) wurde in den USA gegründet. Mittlerweile vereinigt sie rund hundert Mitglieder und hat sich in den letzten Jahren bei der Entwicklung und Regelung der US-LSA-Klasse einen Namen gemacht. Auf der AERO gingen die Hersteller einen konkreten Schritt weiter und gründeten die europäische LAMA. IMAS mit UL-Scout Durch die Zusammenarbeit mit dem Gebraucht- flugzeugportal UL-Scout, Partner von Flying-Pages, wurde die IMAS, der Gebrauchtflugzeugmarkt der AERO, reanimiert. Neben den auf dem Messegelände stationierten Maschinen konnten Verkäufer ihre Luftfahrzeuge auf einer speziellen AERO/IMAS-Website zeigen und gleichzeitig am Schwarzen Brett auf der Messe aushängen. Das Interesse an der kurzfristig angesetzten Aktion war erstaunlich hoch, so dass für die AERO 2011 ein Ausbau des Angebots inklusive alternativem Vorführ-Flugplatz nahe bei Friedrichshafen denkbar ist. Flying-Pages TV Für die AERO 2010 hat Flying-Pages zusammen mit der Münchener Firma GRID-TV erstmalig einen eigenen UL-LSA- Fernsehsender ins Leben gerufen. In Kurzbeiträgen zeigten die Flying- Pages-Redakteure aktuelle TV-Messe-News von Flugzeugen, Herstellern und Piloten auf der Internetseite www.tv.flying-pages.com bzw. über e-flight im Schwester-Kanal www.tv.e-flight-expo.com. TV-Beiträge sollen auch in Zukunft die in den Flying-Pages Publikationen Flügel, Vol Moteur und Paramoteur+ veröffentlichten Beiträge ergänzen. Fazit Die AERO 2010 war zweifelsfrei ein Erfolg für die Mehrzahl der Aussteller, die einem fachlich interessierten Publikum neue und bewährte Luftfahrtprodukte zeigen, vorführen und verkaufen konnte. Die entscheidende Bewährungsprobe für die jährlichen Frequenz wird jedoch die AERO 2011 sein (14. bis 17. April 2011). flügel wird berichten. Flying-Pages TV sendete erstmals auf der AERO 2010. Im Bild: Dimitri Delemarle von Flying-Pages, Chefredakteur Vol Moteur Magazine und Paramoteur+ Magazine 16 Flügel Nr. 102 - 2/2010 ) Messe ) Dreiachser Viele Hersteller von ULs, LSAs und 120kg-Geräten wollten sie nicht, die jährliche AERO. So fehlten einige Marken. Verständlich, denn die Kosten, um nur einen Flächenflieger auf die Messe zu bringen, können mit Standmiete und Personalaufwendungen in die Zehntausende gehen. Andererseits wurden die belohnt, die anwesend waren, denn das Kaufinteresse des Publikums war erstaunlich groß. Insgesamt wurden auf der AERO mehrere Dutzend Maschinen bestellt bzw. verkauft. Tecnam Der italienische Flugzeugbauer kam mit seiner ganzen Modellpalette samt der zweimotorigen P2006, die sowohl mit starrem wie auch mit Einziehfahrwerk zu sehen war. Die P 2008 ist Tecnams erstes Kunststoff-UL. Die Tragflächen des eleganten Schulterdeckers werden jedoch aus Aluminium hergestellt. www.tecnam.com Skyleader Aircraft Das tschechische Unternehmen zeigt den Skyleader 600 in Ganzmetallbauweise. Dieses LSA soll zukünftig in Europa unter ELA1 fl iegen. Eine weitere Neuheit ist der strebenlose Schulterdecker GP One. Mit dem 80 PS Rotax und einer Cruise Speed von 190 km/h bietet das tschechische Unternehmen das elegante Ultraleicht für 50.000 Euro an. An der Musterzulassung wird gearbeitet. www.skyleader.aero/en/ Luscombe-Silvaire Aircraft Company Tradition in moderner LSA-Technik: In Halle B3 fesselte die atemberaubend schöne Luscombe die meisten Messebesucher, die sich am traditionellen Flugzeug erfreuten. Doch nur das Design stammt aus den 40er Jahren. Die Technik ist neu, das Gewicht und die Leistungen passen in die 600 kg-LSA-Kategorie. Zu haben wahlweise mit 4 Zylinder oder mit 7 Zylinder 110 PS Rotec R-2800. www.luscombe-silvaire.com Corvus CA 41 Racer Dieser Wahnsinn aus Carbon und Titanium auf dem Stand von Corvus aus Ungarn war erstmals in Deutschland zu sehen. Der 545 Kilo schwere Flieger (Lastenvielfache +/- 25g) wurde extra für das „Red Bull Air Race“ konzipiert, wo sein extremer Rollratenwert von 500° pro Sekunde über den Sieg entscheiden könnte. Um diese Rollrate möglich zu machen, ist der 75-Kilo-Treibstofftank im Rumpf eingebaut. Bei den ersten beiden Exemplaren besteht der Rumpf noch aus geschweißten Stahlröhren, die folgenden werden jedoch aus Titanröhren gefertigt. Auf der Grundkonstruktion sind Carbon-Formteile befestigt. Eine durchgehende Hauptsparre und zwei Hilfssparren bilden die Unterkonstruktion der Flügel. Ein Lycoming AEIO-540 mit 380 PS bringt den Racer auf 360 km/h Top-Speed, die Vne liegt bei 500 km/h. Preis: ab 250.000 Euro. www.corvus-aircraft.com Evektor Peter Kuhn präsentierte das tschechische Erfolgsmodell Eurostar SL in neuen frischen Farben. Auch die LSA / ELA 1 Version Sportstar war mit umfangreicher Avionik vertreten. www.ul-eurostar.de. Flügel Nr. 102 - 2/2010 17 ) Messe ) Flamingo Auf dem Stand von Fly Synthesis entdeckten wir eine Premiere. Die slowenische Firma Pegasus & Multitech brachte den Flamingo, einen schnittigen Tandem-Flieger aus GFK, auf die AERO. Das High-End-UL-Flugzeug fällt in die 475 Kilo-Klasse. Die errechneten Daten der Festfahrwerk-Variante mit 100 PS- Rotax klingen vielversprechend: Vne 360 km/h und V-Reise 260 km/h (75% Leistung). Mit Einziehfahrwerk soll sogar eine Reisegeschwindigkeit von 308 km/h möglich sein. Der Erstflug ist für September 2010 geplant. Der Flamingo wird von Fly Synthesis vertrieben. Einführungspreis: 85.000 Euro (Rotax 912). www.flysynthesis.com NDA, New Dimension Aircraft Skyrider Dieser neue Hochdecker mit Ganzmetall-Struktur wird von einem Sauer S2400UL angetrieben. Der Vierzylinder-Boxermotor mit 90 bis 100 PS verhilft dem Flieger zu einer Reisegeschwindigkeit von 180 km/h bei 75 % Leistung. Thomas Hartzdorf designte das Flugzeug in Deutschland, wo es auch vorproduziert wird. Der Zusammenbau erfolgt jedoch in Österreich. Den Skyrider wird es in einer Bugrad- und einer Spornradvariante geben. Eine Schwimmervariante ist auch geplant. Der erste Prototyp hat die Belastungstests schon absolviert. Das Leergewicht des Flugzeugs beträgt 256 Kilo, im Flügel sind zwei 45-Liter-Tanks untergebracht. Die Kabinenbreite liegt bei 125 cm. Preis: 68.900 Euro. www.nda-aircraft.com B.O.T. Aircraft In Halle B3 zeigte das deutsche Unternehmen ihren Speedcruiser, ein frei tragender Schulterdecker in GFK / CFK Bauweise. www.bot-aircraft.com Alpi Aviation Wie letztes Jahr brachten die Norditaliener die viersitzige Pioneer 400 über die Alpen. Eine Pioneer 300 mit einem PTF (Permit to fly) und Echo Kennzeichen sowie der UL-Heli mit Turbine waren in Halle B2 zu sehen. Als Neuheit gab es die Pioneer 230. Ihr dient die Zweihunderter als Basis, welche durch eine neue Haube mit innen liegenden Scharnieren sowie einem eleganteren Rumpfrücken und integrierten Randbögen eine Schönheitskur erhielt. Michael Reiß, der deutsche Musterbetreuer, will sie mit einem 100 PS Rotax zwischen der P 200 und P 300 platzieren. www.alpiaviation.com/ Aveko Ganz aktuell wurde dem in Carbon gefertigten, schnittigen Tiefdecker VL-3 die Musterzulassung erteilt. Es gibt eine Version mit Festfahrwerk und mit Einziehfahrwerk. Für letztere wird vom deutschen Importeur Kondor Aviatik an der ergänzenden Zulassung gearbeitet, die für den Sommer erwartet wird. http://kondor.testground.de TL Ultralight und Wetzel Flugtechnik Die Flugerprobung der Sirius ist abgeschlossen, die Muster- zulassung des Schulterdeckers mit Steuerhörnern wird demnächst erwartet. Der Tiefdecker TL 2000 Sting erhielt umfangreiche Änderungen. Der Rumpf samt Leitwerk ist neu. Ebenfalls neu sind die Haube, die über ein besseres Belüftungssystem verfügt, das geschleppte Bugrad und ein frisch gestaltetes Panel. Das LSA/UL hört nun auf den Namen TL 2000 S4. www.wezel-flugzeugtechnik.de Aeroprakt Frisch überarbeitet zeigte der neue Importeur Incentive Aviation den A22 L2. Mit Steuerhörner und einer fast Rundumverglasung hat der ukrainische Metallschulterdecker einige Neuerungen erhalten, beispielsweise eine gasdruckunterstützte Bugraddämpfung, eine neue Fahrwerksschwinge, eine neu gestaltete Motorhaube und diverse Detailverbesserungen. Das UL ist jetzt mit einem 100 PS Rotax und Schleppkupplung erhältlich. www.aeroprakt.de Cuvelier Aviation Rémi Cuvelier, Konstrukteur und Chef von Cuvelier Aviation präsentierte den CR12 als Mock-up. Die Maschine mit Tandem- sitzen soll eine super Rundumsicht haben - fast wie in einem Hubschrauber. Die Glaskanzel wird von APM Plastique gebaut. www.cuvelier-aviation.com Dova Aircraft In Halle B1 zeigte die tschechische Firma ihren Metalltiefdecker DV1 Skylark mit T- Leitwerk. www.dovaaircraft.de Aeropro In der Halle B3 präsentierte sich der vor allem wegen seinem genialen Klappmechanismus sehr beliebte Eurofox. Der Schulter- decker wird seit 20 Jahren als Sporn- und Bugradversion gebaut. www.aeropro.sk Shark.Aero.s.r.o Ende letzten Jahres erfolgte der Erstflug dieses außergewöhn- lichen Tandemtiefdeckers. Die Flugleistungen haben die Erwartungen des Herstellers noch übertroffen. Der slowakische Hersteller sucht nun für den Shark einen deutschen Vertriebspartner. www.shark.aero Pipistrel Der slowenische Hersteller, der mit seinen Motorseglern und selbstartfähigen Segelflugzeugen weltweit einen exzellenten Ruf genießt, hat seinen 12,46 m Virus mit auf 10,71 m gekürzter Spannweite gezeigt. Das UL namens Virus SW (Short Wing) ist mit 80 und 100 PS Rotax zu haben. Auch zu sehen der Elektro-Taurus, der welterste in Serie gefertigte Doppelsitzer-E-Motorsegler. www.flight-team.de 18 Flügel Nr. 102 - 2/2010 ) Messe ) Idea Aircraft Hydropteron Die ungarische Firma präsentierte ein interessantes Wasserflugzeug. Den Hochfl ügler mit Schubmotor wird es nämlich nicht nur als Zwei-, sondern auch als Dreisitzer geben. Der dritte Sitz befindet sich quer hinter den beiden Vordersitzen mit einer ganzen neuen Flugperspektive aus dem Seitenfenster. Die Spannweite des GFK-Wasserfl ugzeugs misst 10,90 m und die Länge 6,90 m. Als Zweisitzer-Variante wird der Flieger der 600 Kilo-LSA-Klasse angehören; die Dreisitzer-Variante mit einem maximalen Abfluggewicht von 750 Kilo gehört aufgrund ihres Gewichts zur VLA-Klasse. Der Hydropteron besitzt seitliche Auftriebskörper à la Dornier, deren Breite 2,50 m beträgt, so dass nach Abnahme der abbaubaren Flügel dieses Flugzeug auch auf der Straße transportiert werden kann. Das Leergewicht des Zweisitzers beträgt 350 kg, das maximale Abfluggewicht 560 kg. Als Antrieb kommen Rotax und andere UL-Triebwerke mit einer Leistung bis 140 PS in Frage. Preis des Wasserflugzeugs mit Rotax 912S: 100.000 Euro (netto). www.ideaaircraft.eu Zlin Aviation Die Tschechen und Tom Huber mussten erst mal drei Tonnen Kies in die Messehallen schaffen, um der Savage Cup mit den 20-Zoll XXL-Reifen einen würdigen Untergrund zu schaffen. Mit einem Tipi und einem Flussbettbild im Hintergrund weckte der Tandem- Schulterdecker die große Lust auf Abenteuer. www.zlinaero.com Roko Aero Mit der NG4 will der tschechische Hersteller sowohl auf den europäischen UL-Markt als auch auf den LSA-Markt. Die LSA- Version des Metalltiefdeckers hat etwas größere Flügel mit riesigen Winglets. Der Hersteller sucht für den Tiefdecker aus Aluminium einen Vertriebspartner in Deutschland. www.rokoaero.com Pro.Mecc Sparviero 100 Die süditalienischen Firma Pro.Mecc brachte die neueste Verson des Sparviero 100. Der CFK-Flieger ist mit dem Rotax 912ULS bestückt und hat ein neues Design erhalten. Angesichts des sehr attraktiven Preises von 52.500 Euro (plus Steuer) dürfte die Suche nach dem passendem Importeur in Deutschland wohl kein Problem sein (siehe auch Test ab Seite 36). www.promecc.com Airlony Neu auf dem Markt ist die Skylane. Der Schulterdecker sieht nicht nur genauso aus wie eine 152er Cessna, sondern wird auch entsprechend über Steuerhörner geflogen. Der in Composit gebaute UL-Schulterdecker mit Holzflügel sprach viele C150/150 Eigner an, die seine geräumige Kabine und die Gesamtzuladung von über 200 kg, alleine das Gepäckfach kann mit 30 kg beladen werden, als interessante Alternative sehen. www.airlony.cz Golden Car F30 mit Festfahrwerk Das Team der umtriebigen Besitzerin der Firma Golden Car, Patrizia Festa, vollendete die Festfahrwerk-Variante des F30 gerade noch rechtzeitig für die Aero. Das UL, entwickelt aus der Einziehfahrwerk-Version des F30, strebt die UL/LSA-Zulassung an und hat mächtig abgespeckt. Dank des Einsatzes von Titanium für Fahrwerk, Motorträger und Abgasanlage sowie einfacherer Instrumentierung wiegt die F30 jetzt knapp unter 300 kg. Der Flieger verträgt Motoren bis 200 PS – auf dem europäischen Markt wohl einzigartig! (Preis 69.900 Euro plus Steuer, inklusive Rettung und Basisinstrumentierung). www.f30fly.com Flügel Nr. 102 - 2/2010 19 ) Messe ) Dallair FR-01 Die Firma Dallair Aeronautica aus dem süditalienischen Neapel brachte eine kleine einsitzige Kunstflug-Rakete mit zur Aero. Nach Angaben der Firma handelt es sich bei dem UL-/LSA- Flugzeug um das erste auf dem Markt, das voll für Kunstflug tauglich ist (+/- 6G). Die FR-01 besitzt einen Rumpf aus einem Metall-Gitterrohrrahmen, die Flügel und Steuerflächen sind aus Aluminium. Der Erstflug des Flugzeugs der „Fun Ultralight Category“ mit einem maximalen Abfluggewicht von 375 kg soll im kommenden August stattfinden. Angetrieben werden kann der Flieger von Rotax 912-Motoren mit 80, 100 und 135 (getunten) PS. Preis: flugfertig ab 82.000 Euro, als Bausatz 42.000 Euro. www.dallair.com Compact Compositi Jenseits der 120.000 Euro setzen die Italiener mit dem Tandemzweisitzer Millenium in Carbon neue Maßstäbe. Mit einer Geschwindigkeit von über 300 km/h dürfte dieses UL wohl das schnellste auf dem Markt sein. Die VVZ hat der deutsche Importeur und Musterbetreuer Norbert Lorenzen schon in der Tasche. An der endgültigen Zulassung wird gearbeitet. www.millennium-aircraft.com Fly Synthesis Mit außergewöhnlichem Design bestätigten die Italiener erneut ihren Anspruch nach dem Aussergewöhnlichen. Sie zeigten den Tiefdecker Texan, den auf der letzten AERO enthüllten Syncro (ein frei tragender, futuristisch anmutenden Schulterdecker) sowie den alt bekannten Storch. Durch eine Kooperation mit Ramphos vertreiben die Italiener auch ein fl iegendes Boot und Trikes. www.flysynthesis.com UL-JIH Der von Grund auf überarbeiteten F 100 wurde während der Messe die deutsche Musterzulassung erteilt. Neben der ehemaligen Fascination ist als nächstes Projekt die ehemalige Evolution als E 100 für die deutsche Musterprüfung in Arbeit. www.uljih.cz Flight Design CEO Matthias Betsch zeigte sowohl die UL-Variante als auch die ELA 1 Version des Verkaufsschlagers CT. Die MC (Metal Concept) wird ausschließlich mit Echo-Kennzeichen mit PTF (Permit to Fly) angeboten bzw. als RTC-LSA, siehe Seite 16. www.flightdesign.com Piper Aircraft Nach Cessna hat nun auch Piper, der zweite große Traditions- hersteller der USA, ein LSA auf dem Markt. Der in Europa als Sportcruiser von Czech Aircraft bekannte Metalltiefdecker wurde von Piper aufgekauft und wird folgedessen auch Pipersport getauft. Ob eine UL-Variante nach Europa kommt, war bis Redaktionsschluss noch unbekannt. www.newpiper.com Remos Aircraft Mit der GX zeigte Remos in Halle B3 ihr ultraleichtes Erfolgsmodell mit Glascockpit. www.remos.com Breezer aircraft Mit einem PTF (Permit to Fly) und 600 kg Abfl uggewicht kam auch Ralf Magnussen mit dem Metalltiefdecker Breezer zum Bodensee. Außerdem war auch die UL-Version zu sehen. www.breezeraircraft.de Airflow Twinbee Das wohl günstigste zweisitzige UL kommt aus Belgien und konnte in Halle B4 gesehen werden. Die 37.500 Euro billige Twinbee wird von einem 84 PS starken Werner-Motor angetrieben. www.twinbee.be 20 Flügel Nr. 102 - 2/2010 Flügel Nr. 102 - 2/2010 21 ) Messe ) Tomark s.r.o. Die Slowakischen zeigten den Tiefdecker Viper SD 4. Das Ganzmetall-UL hat einen relativ günstigen Einstiegspreis von unter 60.000 Euro. Ein deutscher Vertriebspartner wird gesucht. www.tomark.sk Corvus Aircraft Der ungarische Hersteller zeigte seinen faszinierenden Kunstoff- Tiefdecker Corvus Phantom sowohl mit Fest- als auch mit Einziehfahrwerk. www.corvus-aircraft.com Köpfe und Meinungen Flügel - Das Magazin: Was bedeutet die AERO für Sie? Gerd Peschges, D, CEO Peschges Variometer: „Die AERO ist ein wichtiger Ort, um direkten Kunden-Kontakt zu haben!“ Calin Gologan, D, e-flight- Pionier, Luftfahrt-Ingenieur: „Die AERO: Ein Feiern!“ Ernst Steger, A, Telekom- Unternehmer, UL-Pionier, ehe- maliger Hängegleiter-Fabrikant (nach einem Gedanken an die Aktualität und Zukunftso- rientierung der Messe): „Die AERO ist auch eine Reise in meine Vergangenheit!“ ANZEIGEN Carbon GmbH Helix-Carbon GmbH ~~~~~~~~~~~~ ~~ Flugplatz Merzbrück 206 * 52146 Würselen / Germany Flugplatz Merzbrück 206 * 52146 Würsele / Germa ~&!~ ~~~!" ~'~ ~~ ~~~~~ ~~~~~ Fon: (0 24 05) 40 88 20 Fax: 40 88 201 Fon: 0 24 05) 479 78 41 Fax 479 78 ~ ~~ ~ ~ ~ ~ e-mail: info@helix-propeller.de email nfo@hexpropelerd Homepage: helix-propeller.de ~~ ~~~~~~~%~ Homepage: helixpropellerd ~~" " $$~~~ ) Messe ) Leichte Trikes mit Leicht und elektrisch könnte man die auf der AERO 2010 gezeigten Trikes zusammenfassend beschreiben. Doch auch bei den traditionellen Trikes mit Verbrennungsmotor und turmlosen Flächen hat sich einiges mit viel Liebe zum Detail sehr positiv entwickelt. Das nunmehr jährliche Stattfinden der AERO hat den einen oder anderen Trike-Hersteller aus nachvollziehbaren Gründen davon abgehalten, seine Produkte zu präsentieren. Dennoch konnten sich die verbliebenen Aussteller nicht über mangelndes Interesse bzw. Zulauf beklagen. Vor allem die leichten Trikes, die wahlweise mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren oder Elektroantrieb ausgerüstet werden können, konnten beim Besucherinteresse punkten. Der durch die Firma Flytec produzierte und vertriebene Eck-Elektroantrieb kann inzwischen fast als Standardantrieb für die elektrischen Luftsportgeräte in der 120 kg-Klasse angesehen werden. Auf unserem Rundgang durch die Hallen B1 bis B4 waren wieder einige neue Impulse zu finden. Immer öfter zu sehen sind auch abgestrebte, turmlose Flächen. Halley / Delta Jet2: Neues, sehr ansprechendes, überarbeitetes Design des Halley-Flaggschiffes Apollo Delta Jet 2, ähnlich dem Monsoon. Breiter Einstieg, bequeme Sitze und eine hohe Scheibe in Verbindung mit der abgestrebten Aeros-Fläche versprechen angenehmes Reisen mit hoher Durchschnittsgeschwindigkeit. Das Trike wird wahlweise mit verschiedenen Rotax-, HKS-, BMW-, Suzuki- oder Hirth-Motoren ausgerüstet. Bei einem maximalen Abfluggewicht von 430 kg ist die deutsche Zulassung in Arbeit. www.tampabayaerosport.com Kellermann / Schwarze Minimum: Michael Kellermann präsentiert sein Elektro-Minimum mit verbessertem Antrieb nach dem letzte Woche absolvierten ersten Probeflug: Zwei Modellbau-Elektromotoren mit Kraftübertragung durch Riemen auf den widerstandsarmen Faltpropeller. Das Kraftpaket, ein 22 kg schwerer Akkublock aus chinesischen Lithium- Eisenphosphat-Zellen treiben das Fluggerät bis zu zehn Minuten an. Ein einzelner Motor mit Direktantrieb ist für die Zukunft geplant. www.schwaze-minimum.de Flytec / La Mouette/ Icaro / Großklaus: Die Schweizer Firma Flytec macht sich um die Weiterentwicklung und Vermarktung von Elektroantriebseinheiten, bestehend aus Motoren und modularen Lithiumakkus, verdient und holt sich verschiedene namhafte Hersteller auf den Stand: Laurent Thevenot, der die Firma La Mouette vertritt, führt sein neu entwickeltes leichtes Doppelsitzer- Trike vor. Die turmlose Fläche, ausgestattet mit Carbon- Abstrebung, basiert auf der bekannten Mach 14.9-Fläche. Die erforderlichen Pitchwerte werden mithilfe von Divesticks realisiert. Das minimalistische Trike soll auch mit Verbrennungsmotor angeboten werden, die Verkehrszulassung ist in Arbeit. Auch Manfred Ruhmer, Drachenflugweltmeister, tritt als Entwickler für Icaro von Trikes mit E-Motor auf: „Das besondere an unserem Antriebssystem sind die in USA hergestellten Lithium- Eisenphosphat-Akkus“, erklärt er. „Dadurch ist es möglich, die beiden Akkupacks innerhalb von 15 Minuten wieder aufzuladen, bei einem Ladestrom von 90 A“. Je nach Variante des Flytec- Motors (10 oder 13,5 kW) stehen 60 bis 80 kg Schub für etwa 15 bis 20 min zur Verfügung. Das Trike kann aber auch mit dem 4-Takt Bailey-Verbrenner oder mit dem 2-Takt Simonini ausgerüstet werden. Die Swiftvarianten mit den verschiedenen Antriebsarten sind verfügbar. Den Starrflügler Atos in Motorgurtversion e-lift bzw. als Mitglied der Silent-Glider-Familie stellt uns Helmut Großklaus vor. Nach seinen Angaben kommt sein voll gekapselter, aerodynamisch perfektionierter Silent-Glider, ausgerüstet mit dem 10 kW-Motor bei einer Gleitzahl von 20 innerhalb von 15 bis 20 min auf eine beachtliche Höhe von 1400 m. www.fl ytec.ch, www.icaro2000.com www.silentfamily.de P&M Aviation / QuickR: Roy Maihöfer stellte auf dem Stand von P&M das bekannte Quick GT 450“ und das neue QuickR mit abgestrebter Fläche vor. Die deutsche Musterzulassung des Quick R mit neuem Edelstahlauspuff ist inzwischen erledigt. Die im Vergleich zur GT450-Fläche deutlich kleinere und wendigere neue QuickR geht im horizontalen Flug 178 km/h. Das Gerät ist auf hohe Geschwindigkeit getrimmt. Ein elektrisches Trimmsystem kompensiert den Bügeldruck im Langsamflug, zieht den Bügel nach vorne. Der hohe Sicherheitsstandard, die Ausstattung und das bequeme Abklappen der Fläche runden das Bild dieses Premiumklassetrikes ab. Mit einer Vne von 192 km/h zählt das Trike mit Sicherheit zu den schnellsten. www.ultraleicht.com 22 Flügel Nr. 102 - 2/2010 ) Messe ) Elektro-Antrieb auf Vormarsch Keitek / Streamer: Mit dem neuen Vertriebspart- ner FlySynthesis schafft Keitek seinem Trike „Streamer“ eine Plattform. Das von Walter di Mauri entworfene Trike mit Rotax 912-Triebwerk zeigt sich mit vielen durchdachten Details. Die raffinierte widerstandsarme Kühlluftführung leistet ihren Beitrag für hohe Reisegeschwindigkeiten mit der montierten, elektrisch trimmbaren 12qm Hazardfläche. Die in der Struktur integrierte Airbox kann mit vom Kühler vorgewärmter Ansaugluft versorgt werden. Mit aerodynamischer Verkleidung, Avionik und Kraftstoffsensor versehen wird der Streamer mit einer Reisege- schwindigkeit von 140 km/h zu einem Langstreckenflieger. Nach Information von Keitek muss für die deutschen Zulassung nur noch die Dokumentation fertig gestellt werden. www.fl ysynthesis.com Solid Air/ Diamant LP: Für sein „Diamant LP“-Trike wirbt Solid Air auf dem Stand des Motorenherstellers Hirth. Mit dem 500 ccm 2-Taktboxermotor F23 und einem Leergewicht bis 120 kg ist dieses Trike ein Vertreter der leichten Luftsportgeräte und somit auch zulassungsfrei und medicalfrei bei unbeschränkter Scheingültigkeit zu fl iegen. Die Pico-L-Fläche von bautek mit ihrer ausgefeilten Aufhängung machen dieses einfach zu fl iegende Trike bei niedrigen Versicherungskosten attraktiv. www.schokopro.com/solidair Air Création / Tanarg mit Bionixfläche: Das wohl am aufwändigsten konstruierte Trike Tanarg mit der innovativen variablen Flächengeometrie fasziniert als Reiseflugzeug. Mithilfe eines kurbelbetriebenen Flaschenzugs wird das Achterliek korsettartig gespannt. Dadurch werden Trimmgeschwindigkeiten zwischen 80 und 140 km/h realisiert. Die im Langsamflug auch kurz landbare Fläche steht, wie uns Jérôme Robert von Air Création versichert, unmittelbar vor der deutschen Zulassung (siehe auch Tarnag- Beitrag auf Seite 52). www.flight-team.de Flylight / Dragonfly: Als „leichtes“ Trike ist der „Dragonfly“ bei der Westallgäuer Flugschule dieses Jahr mit dem 200 ccm Baileymotor und Discusfläche von Aeros vertreten. Das einfache, wirkungsvolle Einziehfahrwerk sowie der optisch gelungene Körper machen dieses Trike zum willigen Thermikflieger bzw. Hangsegler in der zulassungsfreien Klasse. Auch mit Elektromotor verfügbar, soll das Trike künftig mit diversen Motorvarianten und abgestrebten Flächen erhältlich sein. Der 20 PS-Verbrenner braucht 2 bis 3 l/h und ist damit eine echte Alternative beim geruhsamen Spaßfliegen. www.ich-will-fliegen.de Thevenot/ Hydrogen Flying tour: Mit seinem mit Wasserstoff betriebenen Trike gewinnt Gérard Thevenot den diesjährigen e-flight-Award auf der AERO 2010. Mithilfe von Brennstoffzellen wird der Wasserstoff in elektrische Energie umgewandelt, die ihrerseits einen 10 kW Flytec-Elektromotor antreibt. Bei seinem Aufsehen erregenden Flug im Juli 2009 überquerte er als erster nur von Wasserstoff angetrieben den Ärmelkanal. Die für 2010 geplante „Hydrogen Flying Tour“ um die Welt hat die Verbreitung und Förderung umweltfreundlicher und nachhaltiger Energien zum Ziel. www.hydrogen-flyingtour.org. Kalbermatten / Woopy: Als echte Kreuzung von Drachenfläche und Gleitschirm zeigte Laurent de Kalbermatten sein „Woopy“ genanntes Fluggerät. Die durch eine Alustange gehaltene Fläche wird an zwei unterseitig angebrachten Einlässen mit Elektrolüftern und Staudruck in Form gebracht. Die Steuerung geschieht durch Gewichtsverlagerung wie beim Trike und durch Flächenverwindung wie beim Gleitschirm. Der extrem leichte und billige fliegende Exot, mit dreirädriger Gondel ausgestattet, wird wahlweise elektrisch oder mit Verbrenner angetrieben und fliegt bei Motorausfall mit einer Gleitzahl von 6. www.woopy-fly.com Flügel Nr. 102 - 2/2010 23 ) Messe ) Rotorkraft – Schwung bis ins Detail Vor ein paar Jahren noch waren kleine und leichte Rotorflügler die Exoten jeder Messe. Inzwischen haben die Hersteller die einstmals fragilen Geräte zu technisch vorbildlichen Konstruktionen entwickelt, die sich nicht nur sehen, sondern mit den meisten anderen Luftfahrzeugen in punkto Leistung, Design und Sicherheit auch messen können. Autogyro Autogyro: Die präsentierte Neuheit betrifft den geschlossenen „Calidus“. Nachdem offensichtlich doch manche Eigner etwas mehr Frischluftfeeling wünschen, gibt es eine leicht austauschbare Haube, die beidseitig so großflächig ausgeschnitten ist, dass Pilot und Backseater gut „luftumspült“ sind. Der Preis liegt bei ca. 2.200 Euro. Hingucker am Stand war der MTOsport eines Kunden, der sein Gerät mit Blattgold, Bergkristallen und Straußenleder veredeln ließ. www.auto-gyro.com Magni: Von dem italienische Hersteller fliegt in Deutschland bereits der M-16. Nun möchte man zusätzlich auch mit dem side-by-side-Sitzer M-24 den deutschen Markt erobern. Das an die 70.000 Euro teure Gerät steht kurz vor der britischen Zulassung. Die deutsche Zertifizierung soll noch in diesem Jahr angegangen werden. Als neuer deutscher und österreichischer Generalimporteur stellte sich Michael Steger vor. www.princeair.com Airevolution: Der italienische Zubehörhändler zeigte seinen eher unmodern wirkenden Tragschrauber zum moderaten Preis von 47.000 Euro. Er soll offen und geschlossen gefl ogen werden können und eine Vmax von 180 km/h haben. Bei einem MTOW von 500 kg gibt der Hersteller eine Zuladung von 230 kg an. www.marc-ingegno.it arrowcopter: In diesem Jahr stellte die österreichische Firma ihren „ArrowCopter“ als Serienmodell vor. Im vergangenen Jahr war es ein etwas kleinerer Prototyp. Der futuristisch gestylte Tandemsitzer übertrifft in den Abmessungen (L/B 5,60 m/2,50 - MTOW 600 kg) alle Mitbewerber. Mit dem Rotax 914 soll eine Vreise/Vmax von 160/200 km/h erreicht werden. Der mit ca. 120.000 Euro angegebene Verkaufspreis wird mit der Verwendung von kompromisslos hochwertigen Materialien begründet. Die Zulassung soll noch in diesem Jahr nach den zu erwartenden neuen österreichischen Vorschriften erfolgen. www.arrow-copter.com Rotortec: Die Rotortec AG präsentierte neben dem bereits zugelassenen Einsitzer „Cloud Dancer I“ den gerade im Zulassungsverfahren stehenden side-by- side-Sitzer „Cloud Dancer II“. Spektakulär, weil absolute Marktneuheiten, sind der Vierblattrotor und der über einen Hydraulikmotor angetriebene Prerotator. Des Weiteren konnte man erstmals den neuen 135 PS starken Webermotor und das ebenfalls völlig neu entwickelte Multifunktionsdisplay sehen. Mit all diesen Neuheiten soll der Zweisitzer ca. 70.000 Euro kosten. www.rotortec.com Aerolightcenter Müritz: Neben der Serienversion des bekanntlich sehr geräumigen, aber auch leicht untermotorisierten „Xenon“ stellte ein Eigner sein Gerät mit einem neuen 120 PS starken Sauermotor und einem hydraulischen Vorrotierer aus. Es wird erwartet, dass für diese Version in Kürze die Zulassung erteilt wird und damit herstellerunabhängig die Möglichkeit besteht, seinem Gerät mehr Performance zu verleihen. Der französische Konstrukteur Raphael Celier stellte den „Xenon XL“, eine dreisitzige Version für den Markt insbesondere in Übersee aus. www.aerolightcenter-mueritz.com arrowcopter Aerolightcenter Müritz Heli Ultrasport 24 Flügel Nr. 102 - 2/2010 ) Messe ) Password vergessen? Kein Problem! www.parawing.de Versicherungsservice Telefon 07 11/73 27 79 GyroTec: Michael Obermaier stellte seinen „DF 02“ aus, der zukünftig serienmäßig mit EFIS MGL „Enigma“ und moving map GPS, sowie mit umfangreicher Instrumentierung bis hin zur Ankopplung an die Motoreinspritzelektronik ausgestattet sein wird. Auch eine stufenlose Warmluftheizung wird der Einsitzer zukünftig standardmäßig haben. www.gyrotec.de .www.fl .t ymap.net Heli Ultrasport: Weltweit gibt es etwa 100 des doppelsitzigen Kit-Hubschraubers „Ultrasport 496“. Leider gab es mit dem häufig eingesetzten Hirth-H-30 Probleme und es machte Sinn, dem ansonsten technisch ausgereiften Gerät einen anderen Antrieb zu verpassen. Johannes Ernst fand auf Zypern eine Möglichkeit, den Kolbenmotor gegen eine Turbine (Solar P-62) mit 162 PS auszutauschen. Das Leergewicht von 310 kg wird dabei fast nicht verändert. Aber da es ja UL-Hubschrauber bei uns bekanntlich nicht gibt, ist der PPL-H erforderlich. www.bayern-helicopter.com Heli Diora: Im vergangenen Jahr stellte die ungarische Firma Diora ihren Koaxialhubschrauber „KX 165-Icepick“ vor. Der 165 PS starke Subaru Ej25i ermöglicht eine Vreise von 150 km/h und eine Zuladung von 270 kg. Für den 100.000 Euro teuren Einsitzer wird eine EASA-Zulassung angestrebt – er ist bereits 400 Stunden geflogen. www.diora.hu Heli Alpi Aviation: „Syton AH 130“ heißt der 130 PS starke Turbinenhubschrauber des italienischen Flugzeugbauers „Alpi Aviation“. Das MTOW des Doppelsitzers liegt bei 580 kg und Vreise bei 160 km/h. Obwohl 2009 erstmals vorgestellt und der Preis bei 180.000 Euro liegt, sind bereit fünf der formschönen Hubschrauber in der Luft. www.alpiaviation.com „SPEEDY“- MOUSE Magni -Klassische Bauweise •Einzelstk., abflug ber. -Solide •Leistungstark •Kritiken: Aero-Kurier -Wendig &Sparsam ultraleicht-flugtechnik.de 25 Flügel Nr. 102 - 2/2010 Heli Alpi Aviation ) Messe ) Rohr-Tuch-ULs Diese Konstruktionen begeistern immer wieder. Einerseits ermöglichen sie mit wenig Aufwand witzige und interessante Lösungen, andererseits eignen sie sich hervorragend für den Eigenbau und drittens, weil man mit Rohr und Tuch auf einfache Art sehr leichtgewichtig und stabil bauen kann. Seit diesem Jahr ist die AERO bekannterweise vom zwei- auf den einjährigen Veranstaltungsrhythmus gewechselt. Für die etablierten UL-Flugzeugbauer war dies sicherlich ein zu bewältigender Kraftakt, trotzdem haben mit FK und Comco auch zwei große Marken der Branche gefehlt. Anders ist es bei kleineren UL-Flugzeugbauern (klein in Bezug auf Stückzahlen): viele 2009 gezeigte Flugzeugmuster waren dieses Jahr nicht präsent. Oratex Gemeinschaftsstand: ULs mit neuem Bespannstoff Oratex UL 600 Trotzdem gab es an der AERO 2010 wieder viele neue Exponate zu bestaunen. Dabei haben mir die Lösungen des „ORATEX UL 600“ Gemeinschaftsstandes besonders gefallen. Dort konnten viele mit dem neuen Bespannstoff bezogene Flugzeuge bestaunt werden. Vorab ein paar Anmerkungen zu diesem Bespannstoff. Seine technischen Eigenschaften sind mit am Markt befindlichen Stoffen – z.B. wie Ceconite – durchaus vergleichbar. Er lässt sich hervorragend verarbeiten, ist leicht und muss nicht nachgespachtelt und gefüllert werden. Auch eine Lackierung erübrigt sich, da der Bespannstoff in verschiedenen Farben eingefärbt angeboten wird. Dass er eine beachtenswerte Alternative darstellt – vor allem unter dem Aspekt der Gewichtseinsparung – möchte ich nachfolgend an einigen der ausgestellten ULs erläutern. Zwei Selberbau-ULs Kiebitz (MTOW 450 kg): Der silberne Kiebitz war in vielerlei Hinsicht auf der Messe ein ganz besonderer Hingucker. Er fliegt als erster in Deutschland zugelassener Kiebitz mit einem UL- Power Motor (100PS Boxermotor mit elektronischer Einspritzung und wunderschönem sonorem Sound). Die mächtige Motorenverkleidung erinnert an einen Boing Stearman Doppeldecker. Damit an Neue- rungen nicht genug, der Vogel ist komplett mit Oratex bespannt, so dass laut Erbauer ca. 10 bis 15 kg Gewicht eingespart werden konnte. Das Ganze wird durch die ausgefallene auffällige Lackierung gekrönt. http://portaqualitysolutions.com/pqs/gfk.htm 26 Sherwood Ranger (MTOW 450kg) Dieser Flieger erinnert in der Form ein wenig an die FK 12 Comet – mal ein richtig schöner Bausatz aus England. Ausführung mit Alurohren und Profilen. Seine klappbaren Flächen mit einer Spannweite von 7,92m und seine Reisegeschwindigkeit von 130 km/h sind recht „handlich“. Er soll angeblich in ca. fünf Minuten vom Autohänger herunter betriebsfertig aufzubauen sein. Als Triebwerke ist vom Rotax über Jabiru, BMW, Hirth bis zum UL 260i Motoren von 60 bis 120 PS vieles möglich. Auch hier ist die Bespannung mit Oratex ausgeführt. Zehn Flugzeuge sind schon weltweit im Einsatz weiterer zehn sind gerade im Bau. Als Leergewicht ohne Rettung mit Zweitaktmotor wurden mir 214 kg genannt. http://g-tlac.com/index.html Die FOX Family Das Bessere ist der Feind des Guten. Das Fox-Grundkonzept stammte ursprünglich aus den USA. FOX I - Eurofox (slowakische Ausführung): Er ist bei uns seit vielen Jahren eine feste Größe in der UL-Szene. Mit Stahlgitterrohrrahmen und abgestrebten Flügeln sehr robust konstruiert und gebaut. Die Flügel sind elegant und platzsparend anzuklappen. Der Flieger kann flugfertig zugelassen oder als Bausatz erworben werden. Als Motoren kommen Rotax und Jabiru zum Einsatz. Eine Reisegeschwindigkeit von ca. 160 km/h sind realistisch. Auch gibt es eine Schleppzulassung und das Wichtigste, vom Fox I fliegen schon mehr als 300 Exemplare – eine gute Referenz. http:// www.aeropro.sk/deutch/ eurofox.htm FOX II - Stylus (slowakische Ausführung) http://avama.sk/novinky_ de.html FOX III - Apollo FOX (ungarische Interpretation) http://www.halley.hu/apollo.php?kat_nev=Apollo%20Fox Savage: Die Savage ist eine exzellente Piper Cub Interpretation. Nur ist die Savage leichter, günstiger und bietet noch mehr Flugspaß. Der Tandemsitzer stellt ein ausgereiftes und erprobtes Stahlrohr- Tuch-UL-Konzept dar, ist sehr vielseitig aus- und umrüstbar. Abenteuer pur eben, damit möchte man sofort in Afrika oder Kanada probefliegen – ich bin dann mal weg! . http:// www.zlinaero.com/eng/ index.php Apollo-Fox Flügel Nr. 102 - 2/2010 ) Messe ) 120 kg Klasse Die deutsche 120 kg Klasse (vergleichbar mit 115 kg-ULs gemäß US FAR103, aber mit 5 kg Rettung) bedeutet vereinfachtes Zulassungsverfahren und Fliegen ohne Medical. Na endlich, ist das nicht toll? Das klappt natürlich nur, wenn das Medical nicht schon verweigert wurde. Also, liebe UL-Piloten: Ein gültiger SPL ist Voraussetzung, dann einfach einen formlosen Antrag stellen an den jeweiligen Verband DULV bzw. den DaeC zur Ausstellung bzw. Eintragung der unbefristeten 120 kg-Berechtigung. Natürlich kann die Klasse auch mit dem „normalen UL-Schein“ geflogen werden. Weller ULI NG: Dieser puristische Einsitzer erinnert geradewegs an den Beginn der Fliegerei vor mehr als 100 Jahren. Das Grundkonzept stammt von Egon Scheibe. Der Flieger ist in ca. 20 Minuten von einer Person aufgerüstet. Der Druckpropeller – dadurch keine Propellerverwirbelungen im Gesicht – wird von einem Zweizylinder Briggs & Stratton 4-Takmotor mit 30 PS angetrieben. Die Struktur besteht aus geschweißtem Stahlrohrfachwerk. Die Flügel sind mittels Drahtseilen abgespannt. Mit diesem Flieger kann kostengünstig und langsam geflogen werden (65 bis 85 km/h – Achtung: Vne kann leicht überschritten werden). Sein Konzept ist bestechend, dementsprechend umlagert war der Stand von Roman Weller. Escapade Kid: Dieser Schulterdecker hat sogar eine geschlossene Kabine für Wind und Wetterschutz. Die Flügel können in wenigen Minuten angeklappt werden. Der kleine Zweitaktmotor leistet 32 PS und wiegt nur sagenhafte 8,82 kg. Damit lassen sich Starts von ca. 50 m Rollstrecke erzielen. Der Rumpf besteht aus geschweißter pulverbeschichteter Stahlrohrkonstruktion. Beide hier vorgestellen 120 kg Flieger sind mit Oratex UL 600 bespannt und kosten flugfertig in der Basisausführung knapp 20.000 Euro - inklusive MwSt. Sirocco: Der Vollständigkeit halber möchte ich hier auch den Sirocco erwähnen. Auch dieser stets moderne, alt bewährte und immer wieder optimierte UL-Urvogel hat bespannte Flügel aus Oratex und fliegt mit Schubpropeller. http://acla.eu/aircraft.html AIRector 120: Dieses Fluggerät mag einmal – wenn es dann fertig entwickelt sein wird – ganz besonders begeistern. Auf der Messe war ein Rumpf- Mock-up zu sehen. Man erkennt gut, was da mal werden soll, ein schnittiger Kunststoff-Tiefdecker der 160 km/h Reisegeschwindigkeit machen soll. Als Motorisierung ist ein Hirth Zweizylindermotor mit 50 PS vorgesehen. Allgemeine Reaktion der Besucher: Und dieses große UL soll mal in der 120 kg-Klasse fliegen können?! Warten wir’s ab. http://air-sports-aircrafts.com/produkte-airector_120.php Specials Die AERO bedeutet nicht nur Flugzeuge, Instrumente und Motoren sondern auch vieles, was nicht nur in, sondern rund-ums- Flugzeug dazu gehört. So sind an der AERO die namhaften Fachverbände, Fachzeitschriften und auch die Zubehör-Spezialisten vertreten, die vom italienischen Fliegeratlas bis zur Gebirgsheizbekleidung alles, was das Pilotenherz begehrt, zu günstigen Messepreisen feilbieten. Mehr: www.aero-expo.com aircraft-scout.com: Neben der Gebrauchtmarktmesse IMAS im Freigelände, bot Flying Pages mit Aircraft Scout unter www.aircraft-scout.com eine weltweite Plattform für Gebrauchtflugzeuge, deren Nutzung während der AERO auch für Anbieter kostenlos war. Im Eingangsbereich der AERO wurde hierfür speziell ein Terminal installiert. Auf Wunsch der Interessenten und Verkäufer soll ab der AERO 2011 auf einem nahe gelegenen Flugplatz z. B. in Markdorf, die Möglichkeit des Probefliegens gegeben werden. www.aircraft-scout.com Miniatur-Kamera GoPro HD Hero: Auf den ersten Blick kann man es kaum für möglich halten: High-Definition-TV- Qualität aus einer Kamera, die nur etwas größer ist als eine Streichholzschachtel. Inklusive wasserdichtem Tauchgehäuse ist die mit diversen Befestigungsmechanismen angebotene Action-Kamera Hero je nach Aufnahmequalität und Objektiv zwischen 120 und 350 Euro zu haben. www.actionpro.de. Spezial-Steuerknüppel von w4h.de: Jörg Leonhardt ist ein Vorbild. Nicht nur, weil man den durch einen Unfall an den Rollstuhl gefesselten Menschen immer nur fröhlich und guten Mutes erlebt, sondern vor allem, weil er es geschafft ActionPro Chef Ernst Niederer mit Kamera GoPro HD Hero (links) und Tauchgehäuse. Flügel Nr. 102 - 2/2010 27 ) Messe ) hat, aus seinem Nachteil durch eigene Kraft einen Vorteil zu machen. Sein Verein w4h (Wings for handicapped) kümmert sich beispielhaft um andere Menschen: „Denen es nicht so gut geht!“ Jungen Behinderten Freude zu bereiten ist das Ziel, für das Jörg Leonhardt von der Allianz bis zu Flight Design tatkräftig Unterstützung erhält. Um trotz seiner inaktiven Beine selber aktiv Freude vermitteln zu können, hat Leonhardt unter anderem einen Steuerknüppel entwickelt, mit dem er Höhen-, Quer- und Seitenruder mit den Händen bedienen kann (kleines Foto). Das grosse Bild zeigt ihn mit Matthias Betsch, CEO Flight Design (links, Sponsor einer CT für w4h) und Roland Bosch, Messe- Friedrichshafen. www.w4h.de Nur Wasserfliegen ist schöner: Der Deutsche Wasserfliegerverband hat nach jahrelangen Bemühungen zwei eigene Echo-Maschinen in deutsche Gewässer gebracht. Nun bemüht sich der 1977 gegründete Verein, als nächstes auch ein UL für den Wasserflug in Deutschland zu zertifizieren. Nicht ganz leicht im Lande der vergessenen Dornier-Flugboote, aber der DWV wird es schaffen. Interessiert? www.wasserflieger.com E-Props QD2: Die Erkenntnis ist nicht neu, dennoch verblüfft sie immer wieder. Vierblättrige Propeller, auch acht- und mehrblättrige Fans werden nicht symmetrisch angeordnet, sondern versetzt, um durch Phasenverschiebung erzielte Vorteile zu bewirken. Der E-Prop QD2 von Hélices E-Props in Halle B3 wurde mit einem DTA- Trike mit Rotax 582 getestet und die Leistungen mit dem Standard-Dreiblatt-Propeller verglichen. Ergebnis (Herstellerangaben): Vmax 129,5 km/h (Dreiblatt: 126 km/h); max. Steigen + 6%; Benzinverbrauch -1,15 l/h; Lärm -7,4 dB(A) bei Vmax bzw. -8,8 dB(A) bei Vreise. www.e-props.fr Verlag Flying Pages: Am Eingang zur Halle B3, Stand 201 war stets Aviation in Action, auch wenn jedes Flugzeug nur auf Papier oder am Bildschirm zu sehen war: Flügel - Das Magazin, Vol Moteur, Vol Libre, Paramoteur+, Index UL & Flugzeug, Index Free Flight, Mondial de l’Aviation, Mondial de Vol Libre, World Directory of Leisure Aviation. World Directory Free Flight und neu: World Directory incl. Very Light Jets in chinesischer Sprache waren alle Magazine von Flying Pages wie auch das hauseigene Online Directory widola.com vertreten. Zusammen mit den Partnern EAA (USA, Sport Aviation Magazine) und Key Publishing (UK, Today’s Pilot Magazine) wurde am Stand viel über Aktuelles und Zukünftiges diskutiert. Freitagabend war Party-Time: Die EAA lud Freunde und Partner zum Buffet. www.flying-pages.com, www.widola.com DAR Aeroplanes: In Halle A4 war der Solo von Tony Ilief zu sehen. Mit Anno Mentzel konnte jetzt auch ein deutscher Vertriebspartner für das 120 kg UL gefunden werden. An der Zulassung wird ab Mitte des Jahres gearbeitet werden. Junkers Profly: Das Kulmbacher Unternehmen brachte neben den bekannten Rettungsgeräten auch ihren Hochleistungs-UL- Segelflieger Silent Targa nach Friedrichshafen. Mit diversen Detailverbesserungen wie eine Koppelung der Spoilerklappen mit dem Höhenleitwerk. Das heißt, fährt man die Spoiler aus, wird gleichzeitig, automatisch das bewegliche Höhenleitwerk entsprechend gekippt, so erspart man sich das Austrimmen. Durch neue Winglets und Einziehfahrwerk schafft der Segler jetzt eine Gleitzahl von 40. www.junkers-profly.de Werner Kuffner: Am Stand der OUV stellte Werner Kuffner sein Antriebssystem vor, das er in Glasfaserbauweise verwirklicht hat. Seine „zwei-in-eins“ Variante - gleiches Cockpit und gleiche Antriebseinheit, jedoch unterschiedliche Flügelspannweiten, die über ein Flügelanschlusssystem ausgetauscht werden können, geben dem Piloten mehr Flexibilität. Auch ist geplant, verschiedene Rumpfvorderteile anzubieten. Das System hat einen Einklapppropeller und noch einen Rotax Motor, der jedoch auch durch andere (z.B. Elektro-Motor) ersetzt werden kann. Investoren sind dringend gesucht. Werner Kuffner, Tel.: 038371-55655 ANZEIGE 28 Flügel Nr. 102 - 2/2010 ) Messe ) EFIS – EMS – Antikollision Einer der diesjährigen Trends waren sicher die digitalen Multifunktionsdisplays speziell für LSA und ULs. Anhand eines Garmin sieht man, wie sich der Preis einer Zerti- fizierung auswirkt. So kostet ein unzertifiziertes EFIS gerade mal ein Drittel von einem zertifierten Garmin 500. Mittlerweile sind alle Geräte mit einem Attitude/Heading Reference System (AHRS) für den künstlichen Horizont und einige mit integrierter Moving Map ausgestattet. All diese EFIS/EMS stellen die Flug- und Sensordaten entweder auf einem oder zwei Bildschirmen dar. Dynon Avionics Neben den bekannten D 100 und D 180 mit 7 Zoll Farbdisplay zeigten die Amerikaner das neue Skyview mit 10 Zoll Display. Hier kann man zu den PFD (Primary Flight Display) diverse Module wie einen Lagesensor, Motordaten, Moving Map sowie einen Autopiloten adaptieren. Das Grundgerät beginnt bei 3900 Euro. www.dynonavionics.com Funkwerk Der durch Transponder und Funkgeräte bekannte Hersteller zeigte das FaVisia. Das PDF (Primary Flight Display) beinhaltet ein EFIS, EMS sowie Navigation auf 5,7 und 8,4 Zoll Displays. Als Neuheit stellten die Allgäuer das BFI57 ein Basic Flight Instrument in einem 57 mm Rundgehäuse vor. Mit einer Pufferbatterie für drei Stunden zeigt das Digitaldisplay die barometrische Höhe, die Fahrt, Steigen und Sinken sowie mit Hilfe eines GPS Empfängers den Track über Grund an. Als besonderen Clou bietet das Gerät ein automatisches QNH, welches aus der GPS Höhe ermittelt wird. www.funkwerk-avionics.com Peschges Variometer Der deutsche Hersteller ist mit der neuesten Version des VP-EFIS und VP-EMS angereist. Eindrucksvoll wurde mit Hilfe eines Suchscheinwerfers die Leuchtkraft der 6 und 8 Zoll Displays vorgeführt. Neu im Programm sind die optional erhältlichen ICAO Karten des integrierten Navigationssystems. Auch eine Flarm – und ADS-B Adaption bietet dieses System. www.peschges-variometer.de Flybox Michael Reiß (UL-Concept), Musterbetreuer von Pioneer Flugzeugen, vertreibt in Deutschland das Programm von Flybox. Das Multifunktionsdisplay Eclipse vereint alle Flug- und Triebwerksdaten in einem Gerät. Als Besonderheit bietet es den Anschluss einer Kamera, z.B. für die Überwachung zum Schleppen oder des Einziehfahrwerks. Weitere digitale Einzelgeräte in 57 und 80 mm Durchmesser wie Treibstoff- Computer, Altimeter/Variometer, Flaps Indicator sowie die Einheit für einen Constant Speed Propeller sind im Programm des italienischen Herstellers. www.pioneer200.de Stauff Systec Mit dem Flymap LD, bestehend aus zwei redundanten 6,4 Zoll Displays und Touchscreen bietet das Unternehmen von der Moving Map über EMS, Antikollision und Motordaten alles Erdenkliche. Neu vorgestellt wurde Syntetic Vision, eine dreidimensionale Darstellung der Moving Map. www.flymap.de TL Elektronik Der Avionikhersteller zeigte die Integra Reihe als EFIS, EMS und deren Kombination mit dem TL-6624 EFIS/EMS. Optional bieten die Tschechen die Anbindung an das Nav/Com Garmin SL 30 sowie eine Moving Map. www.tl-elektronic.com Aspen Avionics Speziell zum Nachrüsten ist das Evolution Flight Display. Ab 6000 Euro bekommt man schon ein zertifiziertes PFD mit Lagesensor und allen Flugdaten. Das gesamte System ist beliebig mit Autopilot, Moving Map, Wetter usw. erweiterbar. www. aspenavionics.com Bendix King Die Amerikaner zeigten ein voll zertifiziertes 8,5 Zoll Multifunktionsdisplay mit AHRS Sensor und HSI. Anbindungen für Autopilot, Wetter und Moving Map sind optional. www.bendixking.com Trutrack Durch Autopiloten ist dieser Hersteller bekannt geworden. Mit dem EFIS GP bieten die Amerikaner eine Kombination mit einem EMS an. Einzelgeräte sind ebenfalls erhältlich und beginnen bereits bei 2200 Euro. Als Besonderheit gibt es eine Wifi Verbindung zum Iphone, auf dem die Motordaten dargestellt werden können. www.trutrakap.com Kanardia Die slowenische Firma bietet ein MFD (Mulifunktionsdisplay) zur Darstellung von EFIS, Navigation, Motordaten und künstlichem Horizont. Einzigartig ist, dass die Anzeigen zusätzlich im klassischen Rundinstrumenten Stil dargestellt werden können. www.kanardia.eu/ Garmin Was für zertifizierte Flugzeuge das G500 / G600 ist, ist für Ultraleichte/LSA und Experimental Aircraft das Garmin G3X. Es bietet für deutlich weniger Geld von der Adaption eines Autopiloten bis hin zur Syntecic Vision fast alles wie bei dem zertifizierten G 500. www.garmin.com Flarm Auf dem Stand von Ülis Segelfl ugbedarf konnte das auf der Messe vorgestellte Power Flarm gesehen werden. Das neuartige Kollisionswarngerät bietet in einer Box mit integriertem Display sowohl die Flarm-Signale als auch die ADS-B Signale, welche von Luftfahrzeugen mit ADS-B Transpondern gesendet werden. Auch Antikollionsgeräte für Glascockpits bietet der Flugzeugbedarf Händler. www.segelflugbedarf24.de Begriffserklärung ADS-B Automatic Dependent Surveillance Broadcast AHRS Attitude/Heading Reference System EFIS Electronic Flight Instrument System EMS Engine Monitoring System PDF Primary Flight Display MFD Multi Functions Display ND Navigations Display Syntetic Vision Dreidimensionale Darstellung für Moving Maps Flügel Nr. 102 - 2/2010 29 ) Messe ) Motoren: leise und leiser Im Vorfeld der AERO haben wir nicht mit großen Motoren-Neuigkeiten gerechnet. Wir entdeckten tatsächlich nichts bahnbrechend Neues, aber eine Vielzahl von Verbesserungen und Ideen bzw. Aktivitäten, die uns in nicht so ferner Zukunft neue brauchbare Produkte bescheren werden. Als Fazit kann man die Entwicklung in zwei Kategorien einteilen: leise E-Motoren und etwas lautere konventionelle Motoren. Der E-Flug, bis vor zwei, drei Jahren nur müde belächelt, hat sich zum unbestrittenen Trendsetter entwickelt. Die Kunden fragen mittlerweile auf den Messeständen nicht mehr nur nach dem Nutzen, sondern nach Liefertermin und Preis. Bei den Treibstoffpreisen und Umweltauftagen scheint der E-Flugbereich mit Betriebsstundenpreisen von 10 bis 25 Euro die richtige Antwort in der heutigen Zeit gefunden zu haben. Der Bereich der konventionellen Verbrennungsmotoren bekam, vor allem im Segment bis 40 PS, eine kräftige Vitalspritze durch Einführung der neuen 120-Kilo-Flugzeugklasse. Bis vor ein paar Monaten schienen leichte Zweitaktantriebe eher vom Aussterben bedroht. Doch zurzeit sieht sich der Markt mit Lieferengpässen konfrontiert. Fast still und heimlich entwickelten mehrere Hersteller im Viertaktbereich ihre Triebwerke weiter und brachten Produkte zur Messe mit, die zum Teil auf Weber- Motorteilen basieren. In ein paar Monaten schon könnten hier Serien- Triebwerke zu äußerst interessanten Preisen angeboten werden. Yuneec Vor zwei Jahren kannte so gut wie niemand diese in China und Großbritannien beheimatete Firma, die zu einer dominierenden Größe auf dem E-Antriebsmarkt avancierte. Eine Besonderheit, die bei den Mitbewerbern nicht zu sehen war, ist die innovative Kontrolle der Aufladung der Batteriepakete. Jede einzelne Zelle innerhalb des Batteriepaketes wird von einer speziellen Elektronik überwacht und separat aufgeladen. Dies garantiert eine sichere Aufladung der Batterien und schließt Überhitzungsprobleme, die durch Ladefehler oder zu schnelle Entnahme entstehen könnten, fast vollständig aus. Der Messestand mit dem neuen e430 war ständig umlagert. Laut Firmenangaben sollen die Betriebskosten für eine Flugstunde zwischen 15 und 20 Euro liegen. Das Batteriepaket reiche für 3000 Flugstunden und besitze 1200 bis 1500 Ladezyklen. Die Aufladung der komplett entladenen Batterien dauert drei bis vier Stunden. Je nach Anzahl der Pakete sind von zwei bis dreieinhalb Flugstunden möglich. Der Elektrofl ieger wird zum Ende des Jahres zum Preis von 90.000 US-Dollar inklusive Batterien lieferbar sein. In diesem Preis ist auch eine Batterieversicherung enthalten. Für die schmaleren Geldbeutel präsentierte Yuneec auch Rucksackvarianten mit E-Antrieben. www.yuneec.co.uk Flight Design Auf der AERO 2009 stellte Flight Design das viel beachtete Konzept eines Hybridmotors für die allgemeine Luftfahrt vor. Dabei sattelte man einem Rotax 914-Motor einen Elektromotor auf. Dieser 40 PS-Elektromotor kann in bestimmten Flugphasen zugeschaltet werden. Die notwendigen Abstimmungen mit Herstellern und Vertriebspartnern sind durchgeführt und mit ersten Testfl ügen von UL-Flugzeugen mit Hybridantrieb ist Ende 2010 zu rechnen. Derzeit laufen Motorentests. Das besondere Sicherheitskonzept erlaubt eine einfache Zulassung der Elektrik- Komponenten, weil ein Ausfall des Elektrosystems in keinem Fall den zugelassenen Verbrennungsmotor (hier ein Rotax 912/914) im Betrieb beeinträchtigt. Dieser Hybridmotor soll auch als Nachrüstlösung für bestehende Flugzeuge angeboten werden. Als Preis für den späteren Serienmotor nannte uns Flight Design 26.800 Euro (net). www.flightdesign.com 30 AA850 Ti Diesmal brachte die Firma AirTrike ihren serienreifen Zweizylinder- Viertaktmotor mit zur Messe, der probeweise in einen Rotortec- Tragschrauber eingebaut ist. Der hier gezeigte Motor weist eine Besonderheit auf: Ein Planeten-Untersetzungsgetriebe drosselt die Propellerdrehzahl anstatt des sonst bei dieser Firma standardmäßig eingesetzten Riemenuntersetzungsgetriebes (wir berichteten in Ausgabe 5/09). Wie uns Andre Laukner von AirTrike mitteilte, finden zurzeit Gespräche für den Einbau des Motors in die C42 statt. Am Stand war auch eine fertige Motorantriebsanheit mit 120 PS für den Einbau in UL-Flugzeuge ausgestellt, die sogar eine Motorcowling besaß, eine interessante Alternative für leistungshungrige Anwendungen. Der Reihenmotor mit einem Hubraum von 850 ccm produziert 120 PS bei 6.500 U/min. Er besitzt eine Treibstoffeinspritzung und einen Abgasturbolader mit Ladeluftkühlung. Das einbaufertige Gewicht liegt bei 75 Kilo. www.airtrike.de SME 75-NA Auf den gleichen Komponenten basierend wie der Motor von AirTrike liefert der Motor der italienischen Firma SME aus 750 ccm ohne Turboaufladung 75 PS (80 PS, 5 Min). Der Saugmotor wird in wenigen Monaten zur Auslieferung stehen und wiegt flugfertig 62 kg. Wie uns Firmeninhaber Pasquale De Rosa wissen ließ, wurde ein Liefervertrag mit Polaris zum Einbau in Trikes geschlossen. Zehn Motoren sollen bereits ausgeliefert sein und Komponenten zum Bau von 40 Motoren sind eingekauft. Die Firma nimmt schon Vorbestellungen für diesen Motor an. An der turbo-aufgeladenen Variante desselben Motors mit einem anderen Zahnrad-Reduktionsgetriebe wird mit Hochdruck gearbeitet. Dieser soll ab 2011 zum zirka 12.000 Euro lieferbar sein. www.smeitalia.net ULPOWER Der aus Belgien kommende Motorenlieferant, der mittlerweile 135 Motoren verkauft hat, zeigt immer stärker werdende Aktivitäten im Bau von Motoren für UL-Flugzeuge. Die größte Überraschung war ein Sechszylinder-Motor, der als „Testballon“ gezeigt wurde. Wegen des großen Interesses entschied man sich - nach Auskunft von Patrick Denorme von ULPOWER - schon am zweiten Tag die Entwicklung dieses Motors voranzutreiben. Der Motor, der von 3,9 bis 5,2 Liter Hubraum haben soll, wird 145 bis 200 PS liefern. Die Flügel Nr. 102 - 2/2010 Prague, 28-30 May 2010 Firma zeigte in Friedrichshafen ihre komplette Produktionspalette von Motoren, die alle vier Zylinder, Direktantrieb, elektronische Treibstoffeinspritzung (FADEC) und Hubräume von 2,6 bis 3,5 Liter mit einer entsprechenden Leistung von 95 bis 130 PS besitzen. Erstmalig in definitiver Ausführung war ein zwangsgekühlter Motor für den Einbau in Hubschrauber zu sehen, dessen Umbausatz 2000 Euro kostet. Zehn dieser Motoren wurden schon vor der Messe verkauft. Für Piloten, die auch an Kunstflug denken, zeigte man erstmalig in endgültiger Ausführung das UL260iSA-Aerobatic- Triebwerk, das 15.900 Euro kostet. www.ulpower.com li i • Demo flights in manufacturers aircraft i i • High performance aircraft demonstrations i i • Air Display Festival • Mass Para Jump At Príbram ˇ ii • Under-the-wing camping (Full facilities) ... • + Much more... EPAPOWER Die in Norditalien ansässige Firma präsentierte die Akro-Variante des Rotax 912-Motors. Dieses in Europa relativ unbekannte Triebwerk ist in die Pioneer 330-Akrostaffel der Firma Alpi Aviation eingebaut. EPAPOWER baut gebrauchte Rotax 912S-Motoren zu Kunstflug-tauglichen Motoren um. Voraussetzung ist, dass die Motoren nicht mehr als 1000 Betriebsstunden aufweisen und eine gesunde Kurbelwelle besitzen. Der komplette Umbau beinhaltet eine Treibstoffeinspritzung, die ganz von der Bordelektrik unabhängig ist. Möglich ist dies durch zwei Zusatzalternatoren, die an der Kurbelwelle angebracht sind. Der Hubraum der angelieferten Motoren wird auf 1,5 Liter vergrößert und die Ansaugseite des Motors bekommt eine neue, aus Karbon gefertigte Airbox. Das Treibstoffsystem wird durch zwei unabhängige Benzinpumpen versorgt. Alle Motordaten werden im Motorkontroller gespeichert, der auch die Zündung steuert. Der umgebaute Motor liefert dann 87,5 kW. Zusammen mit einem Öl- und Benzintank kostet der Umbau um 16.000 Euro. www.epapower.com REGISTER NOW AT: www.festivalofaviation.com Príbram Airfield, ˇ Czech Republic Event Sponsor www.garmin.co.uk Wankel AG Auf dem Stand begrüßte uns Mario Häberer, einer der wenigen Hersteller, der die Wankel-Fahne in Deutschland hoch hält. Am Stand zeigte er Ein- und Zweischeiben- Rotor-Wankelmotoren, die 40 bzw. 80 PS liefern. Die wassergekühlten Triebwerke waren auch als Dieselvarianten mit Leistungen von 50 bis 100 PS (Turbo) zu sehen. Diese laufruhigen Wankelmotoren besitzen einen Riemenantrieb und kosten als Benziner mit Einspritzung 12.500 Euro. Ein ausgestelltes Doppelpack von Wankelmotoren, die eine gemeinsame Propellerachse über Riemen antrieben, dürfte wohl weltweit einzigartig sein. www.wankel-ag.de Flügel Nr. 102 - 2/2010 follow us on: e-flight In nur zwei Jahren ist die e-flight-expo zur etablier- ten Messe-in-der-Messe und das e-flight-Flugzeug zur Selbstverständlichkeit geworden. Begeistert vom Erfolg wird die EAA ab Oshkosh 2010 e-flight zum ständigen Messe-Bestandteil machen. Erstaunlich schnell hat sich die e-flight-expo in die AERO integriert. 2009 als Weltneuheit erstmalig präsentiert, ist die e-flight Messe-in- der-Messe bereits 2010 zum Alltag geworden. e-flight (ecological, electrical, evolutionary) gehört zum fliegerischen Bewusstsein, ohne dabei sektiererisch gegen etablierte Verbrennungsantriebe angehen zu wollen. Ganz im Gegenteil: e-flight versteht sich als Ergänzung, als zukunftsorientierte Option, die Hand-in-Hand mit bewährter, traditioneller Technologie sinnvolle Antriebs-Lösungen zeigt. So gibt es bereits serienreife Produkte, wie Ivo Boscarols Electro Taurus (Pipistrel), der als erster Motorsegler der Welt sowohl mit Elektroantrieb als auch mit Verbrennungsmotor in Serie gefertigt wird. Andererseits fliegt das Helite-Hydrogen-Trike ausschließlich mit Wasserstoff-Brennstoffzellen als Proof-of-Concept. Der e-flight Award-Gewinner Gérard Thevenot will damit beweisen, dass „es geht!“ Er will der Welt zeigen, dass es sich lohnt, in die Richtung Zero-Emission zu forschen und zu entwickeln. Er sieht die Hydrogen-Technologie zukünftig nicht nur in Luftfahrzeugen und Automobilen, sondern auch für Licht- und Klima-Energie in Wohnhäusern, Büros und Fabriken. Das e-flight Forum in Halle B4 – ein offener Vortragsraum – war trotz kaum vorhandener Ankündigung – ein von Fachleuten und e-flight- Interessierten gut besuchter Veranstaltungsort. Die über 20 Vorträge führten zu lebhaften Diskussionen. Einige Vorträge stellen wir Ihnen hier kurz zusammengefasst vor: Tian Yu, Shanghai, Yuneec Thema: The System makes the difference. Die chinesische Effizienz überrascht immer wieder. Nach der AERO im vergangenem Jahr hat die Firma Yuneec in den gut drei Monaten bis Oshkosh aus dem ursprünglich zweimotorigen (2 x 20kW) das einmotorige 40 kW e430 Elektro-Motorflugzeug entwickelt, gebaut und geflogen. Das Team um Tian Yu benötigte gerade mal 60 Tage für die neuen Formen und den ersten Aufbau. Nach weiteren 10 Tagen fand der Erstflug statt. Danach wurde alles in einem Container von Shanghai an die Westküste der USA verschifft. Dort musste das Team innert zwei Tagen zusätzlich geforderte 20 Erprobungs-Flugstunden nachholen, um von der FAA grünes Licht für die Demo-Flüge in Oshkosh zu erhalten. Nun bestätigt Tian Yu, 2011 werden die ersten Seriengeräte des Typs e430 ausgeliefert. Yuneec erklärt den Erfolg ihrer Firma (Elektro-Rucksackmotoren ePack, eTrikes, E-Spyder/FAR 103-Ultralight und e430) durch die Erkenntnis, dass der Elektroantrieb dann einwandfrei funktioniert, wenn Batterie, Controller, Ladegerät und Motor perfekt aufeinander abgestimmt aus einer Hand stammen. Neu in der Serienproduktion des vielleicht größten Herstellers von Elektro-Modellflugzeugen (von hier stammt das Kapital für die bemannte E-Luftfahrt) sind Komplett-Einheiten mit 10 kW, 20 kW, 40 kW und 60 kW. www.yuneec.com Gärard Thevenot, F, Hydrogen-Trike Thema: Hydrogen Record Flights. Zum 100. Jahrestag der Ärmelkanalüberquerung durch Louis Blériot, hat Thevenot 2009 mit einem ausschließlich mit Wasserstoff-Brennstoffzellen angetriebenen Elektro-Trike in 59 Minuten den Kanal überquert: 32 ein Erstflug, ein Rekord, eine großartige Pioniertat. Noch in diesem Jahr will der Franzose den 100. Jahrestag der ersten Alpenüberfliegung ebenfalls mit Hydrogenkraft ehren (27. September 1910 durch den Peruaner Jorge „Geo“ Chávez mit einem Blériot XI). Danach folgt ein Zero-Fuel-Flug entlang der Route 66 nach Los Angeles. Als mittelfristiges Projekt steht ein Hydrogen-Flug zum geografischen Nordpol an, wo er eine Weltfahne ins Eis setzen will, unterzeichnet von Kindern aus allen Staaten der Welt – quasi als Gegenstück zur weiß-blau- roten Fahne, die auf dem Meeresgrund in 4000 m Tiefe die dort vermuteten Bodenschätze für Russland sichern soll. Alle Thevenot-Projekte haben einen gemeinsamen Nenner: Sie sollen der Welt zeigen, dass man auch mit null Emission viel leisten kann. Siehe auch AERO e-flight Award. www.helite.com Calin Gologan, D, PC-Aero Thema: Electric Aircraft Design. Der versierte Luftfahrt-Ingenieur ist überzeugt, dass wir schon in absehbarer Zeit mit einem viersitzigen Reiseflugzeug von München nach Hamburg fliegen können, das ausschließlich mit elektrischer Energie angetrieben wird. „Und in zehn Jahren fliegen wir elektrisch über den Atlantik – vielleicht“, ergänzt Cologan. Manch einer hat schon „vielleicht“ gesagt und wurde dann überrascht, wie schnell seine Gedanken wahr geworden sind. Cologan arbeitet zurzeit an einem NASA- Wettbewerb. 1,5 Mio Dollar winken dem Gewinner, der mit max. einer Gallone Treibstoff (entspricht 33,7 kWh) pro 100 Meilen mit mehr als 100 mph zweisitzig 200 Meilen fliegen kann bzw. 0,5 gal/100Meilen für einen Einsitzer. Gologans Elektra One war auf der AERO 2010 bereits als elegantes Mock-up zu sehen. Gologan hat mit seinem Green Village Airfield zudem ein aktuell realisierbares Konzept, bei dem mit 20 qm Solar-Panel auf dem Hangardach in unseren Breiten genügend Solarstrom produziert wird, um ein Flugzeug wie die Elektra One 300 Stunden im Jahr fliegen zu lassen. www.pc-aero.de Laurent de Kalbermatten, CH, Woopy-Fly Thema: Woopy Fly Electric – From a dream to reality. Der witzigste und unterhaltsamste Vortrag stammt vom Schweizer Drachenflug-Pionier, der international durch seine Ailes-de-K bekannt wurde. Es waren die erst ii ll en serienmäßig hergestellten Gleitschirme, die zur Grundlage all er heute bekannten Gleitschirme geworden sind. Mit Woopy, der ersten völlig geschlossenen Gleitschirm-Fläche (wird mit Ram- Air und zwei kleinen e-Ventilatoren durch Überdruck auf Form gebracht), hat Kalberma tten in den letzten Jahren wieder einen Entwicklungs sprung ermöglicht. Woopy Fly gibt es nun auch mit ei i nem 10kW-e-Trike. Verbrennungsmotorversion ab 10. 000 Euro – komplett, flugbereit, aber Zulassungsproble me. Da Woopy ein UL-Trike-3Achser-Gleitschirm ist, will eigentlich niemand so richtig gerne zuständi g sein. www.woopy-fly.com lFlülelg Nr.. 102 - 2 /2010 Köpfe auf der e-flight-Forum-Bühne (vlnr): Schmottermeyer, Thevenot mit LeCoultre und Kalbermatten, Gologan; Boscarol (Pipistrel), Villinger (Solar Hangar), Yu (Yuneec), Friend, Liehmann. Ivo Boscarol, SI, Pipistrel Thema: The Future of Electric Flying. Pipistrellus, lateinisch Fledermaus, hieß Ivos erstes Fluggerät, ein Trike, das er 1987 nach Italien verkaufte. Inzwischen ist aus Pipistrel eine international renommierte High-Tech-Flugzeug-Firma geworden, die nicht nur ökologisch orientierte LSA, Motosegler und Segelflugzeuge baut, sondern auch eine der umweltfreundlichsten Fabriken in ganz Europa hat (Geo-Thermik, zero pollution). Der Pipistrel Elektro Taurus ist das erste Elektro-Serienluftfahrzeug der Welt. Der zweiplätzige Motorsegler wird seit 2007 gebaut, hat eine Gleitzahl 41 und kann mit 7kW im Horizontalflug fliegen. Das Geheimnis? „Alle Details bis hin zu den Positionslichtern sind aerodynamisch optimiert“, so Boscarol. Die Pipistrel Öko-Performance hat inzwischen einen mächtigen Supporter gefunden: Google-Gründer Larry Page hat sich stark engagiert für weitere Elektro-Entwicklungen, insbesondere für einen Viersitzer. Der Hybrid Rocket wird demnächst sein Roll- out haben. Mit reiner Batteriekraft soll er starten und steigen. Im Reiseflug wird er mittels Hybrid-Technologie mit elektrischem Strom versorgt – ähnlich wie Michael Friends Konzept „Range Extender Pod“. Boscarol ist überzeugt, dass durch die Elektro- Entwicklung in der Automobilindustrie bald bessere Batterien verfügbar sein werden. „We believe in electric!“ sagt er zum Schluss. Und man glaubt ihm. www.pipistrel.si Michael Friend, USA, Electric Twister Project Thema: Electric Twister Project & Range Extender Pod. Der für das Boeing Hydrogen-Dimona-Projekt zuständige Entwicklungs- Ingenieur Michael Friend, geht davon aus, dass wir in ein bis zwei Jahren eine neue Generation Brennstoffzellen zur Verfügung haben werden und sich auch die Batteriekapazität (Energiedichte) stark verbessern wird. Bis dahin will er sich mit einem Range Extender Pod behelfen. Es ist eine Art Rumpftank wie von Focke-Wulf, aber mit integriertem 15 kW-Generator, der von einem 4Takter Bailey mit 5 Gallonen Sprit angetrieben für rund 1,5 h genügend Strom für seinen Electric Twister erzeugen wird. Michael Friend c/o www.silencedesign.de Uli Schmottermeyer, D, DHV Thema: Elektroantriebe für Drachen und Gleitschirme. Der Deutsche Hängegleiter Verband (DHV) hat sich beim Bundesverkehrsministerium (BMV) erfolgreich um die Beauftragung für die Erprobung von elektrischen Starthilfen (wie UL- und Windenschlepp) bemüht. Die bis Dezember 2010 bewilligten Eckdaten lauten: max. 3kW/h für rund 700 m Steigleistung; keine Verbrennungsmotoren; widerstandsarme Form, um keine aerodynamischen Nachteile für den motorlosen Flug zu haben; nur Aufstiegshilfe, kein dauerhafter e-Flug; Sicherheitsanforderungen wie ohne Motor; Starterlaubnis nur für zugelassene DHV-Gelände. Für Drachen gibt es beispielsweise den e-lift von Toni Roth. Für Gleitschirme hingegen scheint zurzeit kein geeignetes E-System vorhanden, das ausgeschaltet ein Flugverhalten wie ohne Motor gewähren würde. Sobald zum Beispiel ein Rücksackmotor mit faltbarem Propellerkäfig verfügbar ist, der im ausgeschalteten Zustand keinen Widerstand erzeugt, würde der DHV, laut Schmottermeyer, auch eine Erprobung für Gleitschirme in Angriff nehmen. Für interessierte Piloten ist der Nachweis von 20 e-Starts und vier Stunden Theorie notwendig. Seitens DHV gilt die Zusage für eine unbürokratische Erweiterung des Geländes für die e-Erprobung. www.dhv.de e-flight Award 2010 Gérard Thevenot, Gewinner des AERO e-flight Award 2010 wurde für sein Hydrogen-Ultraleicht ausgezeichnet, das als erstes bemanntes Luftfahrzeug der Welt ausschließlich mit Wasserstoff betrieben wird. Der französische Drachenflugpionier und Fabrikant von Hängegleitern und Motordrachen hat 2009 mit seinem Helite-Hydrogen-Trike den Ärmelkanal überquert. Das Außergewöhnliche an seinem Ultraleicht ist, dass der Elektromotor ausschließlich durch eine Wasserstoff-Brennstoffzelle versorgt wird, ohne von einer Batterie unterstützt zu werden. Das einzige Abgas, das beim Fliegen entsteht, ist reiner Wasserdampf. Gérard Thevenot hat mit einem anderen Brennstoffzellen-Projekt bereits 2006 international für Furore gesorgt. Damals gewann er den Shell Eco Marathon mit einem von ihm und der École d’Ingénieur (ESSTIN) entwickelten Hydrogen-Straßenfahrzeug. Mit einer Wasserstoffmenge, die einem Liter Benzin entsprach, erreichte er die Weltrekord-Distanz von 4117 km, das entspricht einem Verbrauch von 0,02343 Liter Benzin auf 100 km bei absolut null Emission. Auf der AERO 2009 stellte Gérard Thevenot das ausschließlich mit Wasserstoff betriebene Luftfahrzeug erstmalig der Weltöffentlichkeit vor: „Unser Hydrogen-Flieger ist ein extrem leichtes Fluggerät, das mit mir weniger als 160 kg schwer ist“, erklärt der Franzose. „So können wir erstmals ohne Hilfsbatterie fliegen, alleine mit der Kraft der Brennstoffzelle“. Das einsitzige Ultraleicht- Trike ist mit einem 7kW-Flytec- e-Motor ausgerüstet, der über eine Wasserstoff- (Hydrogen-) Brennstoffzelle versorgt wird. Das Trike wiegt samt Fünf-Liter- Wasserstoff-Flasche nur 55 kg. Die 35 kg schwere, knapp 14 qm- große LaMouette-Tragfläche hat eine Spannweite von 12 Metern. Der Verbrauch in einer Höhe von hundert Meter über Meer ist mit durchschnittlich 550 Gramm pro Flugstunde gemessen worden. Die Fünf-Liter-Flasche reicht für rund eine Flugstunde. Das einzige Abgas, das dabei entsteht, ist purer Wasserdampf. Nun hat die Jury der AERO und der e-flight-expo den Franzosen Gérard Thevenot für seine Verdienste mit dem AERO e-flight-Award ausgezeichnet. Gérard Thevenot, F, Gewinner des AERO e-flight Award 2010-04-16 vor seinem Helite-Hydrogen-Trike: oben 7kW Flytec-e-Motor mit Prop, darunter Brennstoffzelle, unten links 5-Liter-Hydrogen-Flasche (Wasserstoff-Flasche). Man beachte: keine Batteriepack. Flügel Nr. 102 - 2/2010 33