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) Vorstellung / Dreiachser ) :F30: das i Meisterstück des li Altmeisters liStelio iFrati Mit neunzig Jahren krönt Stelio Frati, einer der bekanntesten italienischen Flugzeugdesigner, sein Schaffen mit einem High-End-UL. Der schnittige Ganzmetall-Tiefflügler F30 wartet mit einer Fülle von Details und Eigenschaften auf, die sonst bei zertifizierten Echo-Maschinen zu finden sind. So weisen die ersten zwei Exemplare auch einziehbare Fahrwerke auf, die erst im Zuge der Gewichtsreduzierung und UL-Produktionsanpassung wegfielen. Die Tatsache, dass Golden Car, ein renommierter Autozulieferer, die Entwicklung und Herstellung von Fratis Projekt übernommen und das Flugzeug für Motoren bis 200 PS ausgelegt hat, weckte das Interesse von Flügel. Wir besuchten das Werk bei Turin und sprachen mit dem Hersteller Stelio Frati. Vom Mähdrescher zum Flugzeug Die im Karosseriebau beheimatete Firma Gol- den Car hat ihre Produktionsstätte in Caramagna in der Nähe von Turin. Die Firma stellte Teile für den bekannten italienischen Autodesigner Zaga- to her und produziert heute noch Komponenten für den Ferrari California sowie komplette Auf- bauten für diverse landwirtschaftliche Maschi- nen. Mutig entschied sich vor zwei Jahren die Firmenbesitzerin Patrizia Festa, die das Werk von ihrem Vater Alessandro übernommen hat- te, die Produktion auch auf den Flugzeugsektor auszuweiten. Sie kaufte die Rechte an dem F30 genannten Projekt des wohl renommiertesten italienischen Flugzeugdesigners, Stelio Frati. F30 ist das erste von Frati entworfene UL, ein Tiefdecker in Ganzmetallbauweise. Am 16. Januar 2009 sah Frati seinen eigenen Entwurf zum ersten Mal verwirklicht. Nach wei- teren sechs Monaten hatte die Firma Golden Car drei Prototypen des F30 gebaut. „Es war ein be- schwerlicher Prozess, bei dem wir als gestan- dene Autobauer jeden Tag etwas Neues lernen mussten“, gab die Firmenbesitzerin Patrizia un- umwunden zu. „Flugzeugbau unterscheidet sich eben doch vom Automobilbau!“ Jetzt besitzt die Firma Golden Car in einer separaten Halle eine komplette Produktionsstraße, die in Kürze bis 50 Flugzeuge pro Jahr herstellen kann. Ohne Zweifel ist die Firma in der Lage, ein Ganzmetallflugzeug herzustellen, denn sie be- sitzt einen eindrucksvollen Maschinenpark in den Hallen mit einer Fläche von mehreren 10.000 Quadratmetern. Nur ein paar Kunststoff- verkleidungsteile werden außerhalb des Werkes hergestellt, alle Metallteile produziert und ver- arbeitet die Firma selbst. Die Frontpartie des Flügels beispielsweise wird in einem eigenen Presswerk, das 1000 Tonnen Pressdruck besitzt, gefertigt. Mittlerweile sind Herstellungsstraße und alle Formen für Rumpf und Flügelbau fertig und warten nur auf den Produktionsbeginn. Im letzten Jahr baute Golden Car den ersten, rot lackierten Prototyp „0“ komplett in Handar- beit, der dadurch aber über 50 Kilo schwerer ist als die nachfolgenden Exemplare „1“ und „2“. Diese stellte man schon in den extra angeschaff- ten Formen her, die heute Teile der Produktions- straße bilden. Herstellungsprozess des Rumpfes In den Produktionshallen können wir kaum glauben, dass es sich hier um einen UL-Herstel- ler handelt. Ähnliche Produktionsanlagen kennt man sonst nur von renommierten zertifizierten Flugzeug-Herstellern. Während der ganzen Pro- duktion werden die Herstellungstoleranzen auf Bruchteile von Millimetern genau kontrolliert. Die Intensität der Kontrollen und die Genau- igkeit der Verarbeitung sind beispielhaft. Nicht nur die durchgeführten Belastungstests wirken professionell, auch die jeden einzelnen Schritt der F30-Produktion begleitende Dokumentation vermittelt diesen Eindruck in drei dicken Akten- ordnern. Vor uns liegen mehrere Rümpfe und Flügel in verschiedenen Herstellungsstadien. Es wird schnell deutlich, dass diese Firma Erfahrung in der Herstellung von Metallkomponenten hat, wenn wir die Zelle des F30 betrachten. Die Sei- tenteile der Zelle bestehen der Länge nach aus nur zwei einzelnen Metallplatten – große Teile, von Profis in Form gebracht, kein Stückwerk aus Kleinteilen. Obwohl die verwendeten Teile re- lativ lang sind, besitzt der Rumpf keine Ecken 24 Flügel 101 ) Vorstellung / Dreiachser ) Cockpit des Prototyps Nr. 2 in edler Lederausstattung und mit Microel EFIS/EIS - Glasdisplays (oben). Dagegen ist das Staudruckrohr recht einfach gehalten (oben rechts). Der servicefreundliche und aerodynamisch günstig geformte Motorraum der F30 hat sogar noch Raumreserven hinter dem Motor (rechts). und Kanten, sondern fließende Linien. Er ist fer- tig definiert und wird so demnächst in Produk- tion gehen. Entwickelt wird nur noch an untergeordneten Verkleidungsteilen, bei denen man zurzeit auf der Suche nach möglichen Gewichtsersparnis- sen ist. Überraschenderweise entdecken wir im Rumpf Röhren aus Titanium. Patrizia infor- miert uns: „Wahrscheinlich werden wir sie für das Steuergestänge und eventuell für den Motor- träger, der zurzeit erprobt wird, verwenden. Wir testen gerade den Einsatz von diesem hochwer- tigen Material, auch für schallgedämmte Aus- puffanlagen.“ Die Firma Golden Car ist eine von wenigen in Europa, die in der Lage ist, Titani- um zu schweißen, was Herstellung und Tests er- leichtert. In einer Halle entdecken wir mehrere Sätze fertiger Flügel und Leitwerke samt Steuerflä- chen, die die Anzahl der fertigen Rümpfe über- schreitet. Die Diskrepanz erklärt uns Patrizia: „Wir unterziehen derzeit nochmals alle Produk- tionsteile Belastungstests und üben gleichzeitig die Herstellung von Bausätzen. Hier im Werk werden wir nämlich auch Schnellbausätze neben komplett gebauten Flugzeugen für Vertriebspart- ner oder Endkunden ausliefern.“ Flügelcharakteristik Zwei trapezförmige Flügelelemente werden vor der Hochzeit mit dem Rumpf auf der Hauptspar- re befestigt, die in Doppel-T-Form gebaut ist und aus einem Stück besteht. Die Flügel weisen auf der Unterseite zahlreiche Inspektionsöffnungen auf. Wie man auf den Fotos des fertig gebauten F30 sehen kann, besitzen die ersten drei Pro- totypen einziehbare Fahrwerke, die als Option weiterhin angeboten werden. Bei der 450 Kilo schweren UL-Variante fiel das einziehbare Fahr- werk der Abmagerungskur zum Opfer. Erst bei genauem Hinsehen bemerken wir, dass die vor der Hauptsparre liegenden Flügel- vorderelemente aus nur zwei Stücken bestehen und aus aerodynamischen Gründen mit ver- senkten Nietenköpfen auf der Grundkonstrukti- on befestigt sind. Wie wir nachher erfahren, be- stand Stelio Frati auf dieser aufwändigen, aber aerodynamisch sauberen Lösung. Interessanter- weise ist jeder Halbflügel in Richtung Spitze von ein bis drei Millimeter leicht konkav gekrümmt - ein Konstruktionsmerkmal, das die Leistungs- fähigkeit des Flügels besonders bei niedrigen Geschwindigkeiten vor dem Strömungsabriss verbessert. Prototypen Unser Vorhaben, den F30 im Dezember oder Ja- nuar zu fliegen, scheiterte an der Wetterlage, so dass wir uns trotz dreitägigen Aufenthalts leider dieses Mal mit der Besichtung der Prototypen am Boden begnügen mussten. Nachholen wer- den wir diesen Flug schon bald mit dem ersten Serienmodell. Fast 110 Kilometer vom Herstel- lungswerk entfernt, in Rivanazzano, sind die beiden Prototypen stationiert. Richtig massig er- scheint uns der F30 im Hangar und bestärkt den im Werk gewonnenen Eindruck, dass es sich hier eher um eine zertifizierte Echo-Maschine han- deln könnte als um ein Ultraleicht- bzw. LSA- Flugzeug. Die Abmessungen sind beträchtlich: 6,80 Meter lang mit einer Spannweite von 8,60 und einer Höhe von 2,60 Meter. Leicht steigen wir auf den Flügel, auch ohne Trittstufe, obwohl sie nicht schaden könnte. Zum einfachen Betreten der Kabine gibt es eine Ein- stiegshilfe. Fratis Design besitzt nämlich einen soliden Rahmen am verglasten, festen vorderen Teil des Windschildes. Die 110 Zentimeter brei- te Kabine – nicht unbedingt rekordverdächtig in der heutigen Zeit – wirkt breiter und geräumiger als sie in Wirklichkeit ist. Das liegt nicht zuletzt an dem 300 Grad breiten Sichtfeld und der gu- ten Sitzposition. Die richtige Position zu finden ist einfach, da die auf Schienen laufenden Sitze und Pedale verstellbar sind. Die zur Verfügung stehende Sitzhöhe reicht für Personen bis 1,80 Meter. Beim Serienmodell wird noch zusätzlich Platz zur Verfügung stehen, weil - wie im Werk gesehen - die neue Sitzlösung vier bis fünf Zen- timeter niedriger ist. Hinter den Sitzen befindet sich ein ungewöhn- lich großes Gepäckabteil mit Maßen von 50 x 100 x 80 Zentimetern. Bis zu 30 Kilo Gepäck kann man laden. Die zentrale Konsole zwischen den Sitzen besitzt im hinteren Teil eine Armleh- ne, die aufgeklappt den Blick freigibt auf den Hebel zur manuellen Fahrwerksbedienung. Da- vor, in Hüfthöhe, befinden sich die Intercom-An- schlüsse und wiederum davor der Benzinhahn. Die waagrechte Fläche geht in ein 45 Grad an- steigendes Segment über, das die Landeklappen- steuerung und Anzeigeinstrumente von Microel sowie auch den ebenfalls von Microel stammen- den elektrischen Prop-Versteller beherbergt. Oberhalb, auf einem senkrechten Stück der Kon- sole, sitzen leicht erreich- und bedienbar die He- bel von Choke, Gas und Vergaservorwärmung des eingebauten Rotax 912S-Motors. Das rela- Flügel 101 25 Das verbaute Einziehfahrwerk besitzt keine Abdeckklappen und ist als Sonderoption bestellbar (oben) - ein Festfahrwerk aus Titan ist die Standard- Ausführung. Nicht nur die ganze Entwicklung trägt Stelio Fratis Handschrift, sondern auch die Lackierung (rechts). tiv hohe Instrumentenpanel besteht aus zwei Mi- croel-Glasdisplays, die in der Mitte durch Nav- Com-Geräte getrennt sind. Bei diesen Geräten handelt es sich um ein AvMap-Navigationsge- rät, ein Icom-Funkgerät und einen Garmin327- Transponder. Das Panel wirkt jetzt schon sehr zeuge sollen sog um 290 Kilo wiegen. Ob- wohl noch pi endgültig, sind die Leistungs- daten tot'• gewichts der Prototypen schon gut: F" •. - ake-off Roll sind 300 Meter nö- tig, s "e teigt das Flugzeug mit zwei Personen : mit 6 bis 6,5 m/s bei 150 Stundenkilo- aufgeräumt und nicht überfrachtet. In Zukunft et ern. Die Reisegeschwindigkeit beträgt zur- entfällt auch noch der Schalter für das einzietA)zeit um 225 Stundenkilometer bei 5500 U/min bare Fahrwerk. 0" (Map 26). Die derzeitige Höchstgeschwindig- Eine nach vorne gleitende Kabinenabdg tg, keit des blau lackierten, zweiten Prototyps be- die demnächst beim UL-Serienmodell s an- trägt um 280 Stundenkilometer und die Vne 315 ders aussehen wird, verschließt die e. Die- km/h. Die Reichweite soll 1100 Kilometer be- se Haube wird dann nicht wie bi aus einem tragen, was den F30 eindeutig in der High-End- Stück gefertigt, sondern aus am Rumpf Ecke des UL-Marktes positioniert. befestigten, hinteren Dritt Aluminium und einem vorderen, bewe en Zweidrittel-Teil Fratis Projekt auf AERO 2010 aus Plexiglas. Stelio Fratis Flugzeuge waren immer schnel- Im Rumpf hinter dem Gepäckabteil wird se- le Flugzeuge. In seinem 70-jährigen Schaffens- rienmäßig der 110 Liter fassende M.E.Rin —Si- prozess hat er vom 20 PS Motorsegler bis zum cherheitstank befestigt. Der Einfüllstutzen be- über 500 Kilometer schnellen Jet alles gebaut. findet sich jetzt an der linken Rumpfoberseite Zu seinem Werk zählt auch der bekannte SIAI hinter dem Ende der Cockpithaube, wird aber Marchetti SF260, ein doppelsitziger Militärtrai- bei der neuen Haube nach vorne in das zukünftig ner, der in zahlreichen Varianten verbreitet ist. feststehende Teil wandern. Dadurch kann dann Wir bewundern die aktive Schaffenskraft dieses der Sicherheitstank direkt ohne Zuführsegment 90-jährigen und fragen ihn, woher er jetzt noch beint werden. die Kraft nimmt. „Die Leidenschaft, die mich durchs Leben geführt hat, ist in diesem Projekt wieder aufgelebt", erwidert der medienscheue Angetrieben wird der F30 zurzeit von einem Stelio Frati. Rotax 912 S mit 100 PS; man arbeitet im Werk Die Firma Golden Car bemüht sich zurzeit, aber auch an einer alternativen Lösung mit Ja- die Zulassung des Flugzeugs in mehreren euro- biru 3300/ 120 PS. Als Propeller wählte man päischen Staaten selbst zu erwirken, um so un- ein Modell des italienischen Herstellers GT abhängig von zukünftigen Vertriebspartnern zu mit elektrischem Flybox-Governor. Bei Abneh- bleiben. Der Preis steht noch nicht fest, soll aber men der Motorverkleidung entdecken wir ein für ein fertig gebautes Flugzeug um 95.000 Euro interessantes Detail. Hier wird der Schrittmo- betragen. Als Kit soll die F30 ungefähr 15.000 tor zur Propellerverstellung von einem Kabel Euro billiger sein. mit Strom gespeist, der durch die Hohlachse des Das endgültige Aussehen der F30 werden wir Propellerantriebs führt. Wie wir aus dem Ge- laut Patrizia Festi schon anfangs April auf der spräch mit dem Testpiloten erfahren, wiegt die- AERO 2010 sehen können. ser zweite Prototyp um 310 Kilo, immerhin 40 www.f30fly.com und www.golden-car.it Kilo weniger als Prototyp Nr. 1. Die Serienflug- Marino Boric lt Antrieb und Leistung Flügel 101