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TRIEBWERKE E430 – ein motor- seglerähnliches Elektroflugzeug der chinesisch-britischen Firma Yuneec Voll im Trend Elektroantriebe in der Sportfliegerei Die Sportfliegerei interessiert sich immer mehr für den radikalen Wechsel im Tankverfahren von der Zapfsäule zur Steckdose. Was bis vor ein paar Jahren als Spinnerei für wenige Ökofreaks galt, wird nun greifbar. Cockpit des Elektro- flugzeugs E430 Die Träume aus der Vergangenheit haben sich konkretisiert und in Ingenieurshänden zu machba- ren Anwendungen entwickelt, die mittlerweile so- gar schon käuflich zu erwerben sind, wie jetzt auf der AirVenture 2009 in Oshkosh/USA im August zu sehen war. Die chinesisch-britische Firma Yuneec beispielsweise projektierte nicht nur innerhalb von vier Monaten ein Flugzeug ausschließlich mit Elek- troantrieb, sondern präsentierte es sogar in serien- reifem Zustand täglich in der Flugshow der AirVen- ture. Der nach Angaben der Firma erste kommerziell hergestellte Zweisitzer mit Elektroantrieb nennt sich Yuneec E430 und soll mit Basis-Batteriebestückung 89 000 US-Dollar kosten. Dieses motorseglerähnli- che Vollkunststoff-Flugzeug mit einem V-förmigen Heck und einer Spannweite von 13,8 Metern wird von einem hauseigenen 40-kW-Elektromotor (54 PS) angetrieben. Die elektrische Energie liefern sechs Lithium-Polymer-Batterie-Pakete, die jeweils 26 kg wiegen und je 30 Ah (133 V) speichern können. So bestückt wiegt der Zweisitzer 430 kg und erreicht 150 km/h Maximalgeschwindigkeit, die Minimal- geschwindigkeit liegt bei 65 km/h. Die gespeicher- te Elektroenergie reicht für eineinhalb bis zwei Stunden Flug bei einer Reisegeschwindigkeit von 95 km/h. Nach einer Vollentladung werden die Bat- terien innerhalb von drei bis vier Stunden durch ein eingebautes, vollautomatisches Ladegerät am Netz aufgeladen. Auch mit ausgeschaltetem Motor kann man mit dem E430 wegen seiner Segeleigenschaf- ten (Gleitzahl 25) länger in der Luft verweilen. Die Firma Yuneec, die bekannt ist für Rucksack-E-Antrie- be, produziert auch für andere Hersteller Elektro- antriebssysteme mit 40, 20 und 10 kW Leistung. So baute die Firma Flightstar den 20-kW-Elektromotor in das nur 107 kg schwere Flugzeug e-Spider ein, das 45 Minuten fliegen kann. ElectraFlyer-X heißt die neueste Kreation des amerikanischen E-Flug-Pioniers Randall Fishmen, die er gerade in Oshkosh vorstellte und die in diesen Ta- gen den Erstflug absolvieren soll. Den Zweisitzer treibt ein 37 kW starker wassergekühlter Elektromo- tor an, dessen vier, jeweils 18 kg schwere Batterie- pakete mit Luft gekühlt werden und sich aus Sicher- heitsgründen in Edelstahlbehältern befinden. Der Tiefdecker mit 15 Metern Spannweite und Brems- klappen an der Oberseite der Flügel wiegt mit Batte- rien 350 kg und ist LSA-konform gebaut. Seine Mi- nimalgeschwindigkeit schätzt Fishmen auf 55 km/h und die Reisegeschwindigkeit auf 135 km/h. Auf- grund seiner Berechungen erwartet Fishmen eine | 36 | FLiEGERREVUE SPECIAL | 10-2009 | Links: ElectraFlyer-X heißt die neueste Kreation des Elektro- flugpioniers Randall Fishmen. Rechts: Das Elek tro- flugzeug Waiex des amerikanischen Bau- satzherstellers Sonex in neuer Version Fotos: Boric Flugzeit bis zu zwei Stunden. Als kompletter Bau- satz aus weitestgehend vorgefertigten Teilen kos- tet der ElectraFlyer-X 65 000 US-Dollar ohne Batte- rien, die vier Batteriepakete schlagen zusätzlich mit 15 000 US-Dollar zu Buche. Der bekannte Bausatzhersteller Sonex/USA zeig- te nach einigen Rückschlägen die neueste Variante seines Elektroflugzeugs Waiex, hervorgegangen aus dem gleichnamigen Flugzeug mit Verbrennungs- motor. In diesen Prototyp baute man einen neuen, standfesteren Elektromotor ein, der bis jetzt nur mit Strom aus konventionellen Bleibatterien angetrieben wird. Zur Zeit arbeitet die Firma Sonex an der In- tegration von Lithium-Polymer-Batterien. Sonex legt Wert auf die Entwicklung aller Komponenten im eigenen Hause, hinkt aufgrund dieses Anspruchs aber mittlerweile der allgemeinen Entwicklung im Bereich der Elektroantriebe hinterher. In Oshkosh präsentierte die deutsche Firma PC- Aero aus Landsberg am Lech das Modell eines hoch effizienten E-Flugzeugs, dessen erster Prototyp bis zum Ende des Jahres fertig gestellt sein soll. Sie hat wie viele erkannt, dass es nicht ausreicht, konven- tionelle Verbrennungsmotoren einfach durch Elek- troantriebe zu ersetzen. Um gute Flugleistungen zu erzielen, entwickeln Hersteller zunehmend neue aerodynamisch optimierte Flugzeuge ausschließlich für E-Antriebe. An den Elektromotoren selbst lässt sich kaum etwas verbessern, da sie jetzt schon einen Wirkungsgrad von ungefähr 90 Prozent aufweisen. Auf dem Gebiet der Energiespeicherung besteht je- doch immer noch hoher Entwicklungsbedarf, ob- wohl die Batterielieferanten große Entwicklungs- sprünge vorweisen. So empfiehlt Randall Fishmen in Oshkosh seinen Kunden den Bausatz ohne Bat- terien zu kaufen und erst nach der Fertigstellung das Flugzeug mit aktuellen Batterien zu bestücken. Trotzdem ist der Trend zum Elektroantrieb in der Sportfliegerei zukunftsweisend und ansteckend: Glenn Martin, der im letzten Jahr Aufsehen mit sei- nem Jetpack-Flugrucksack erregte, denkt auch über eine Variante mit Elektroantrieb nach, wie er uns in Oshkosh mitteilte. ■ MARINO BORIC Modell eines Elektro- flugzeugs der deut- schen Firma PC-Aero TRIEBWERKE