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Konkurrenz für Rotax? Sensationelle Entdeckung bei Simonini Neuer ili-i Vierzylinder-Viertakt imit 140 PS Zweizylinder in der Reihe (großes Foto) und - noch fast geheim - der neue Vierzylinder (unten). Flügel-Mitarbeiter Marino Boric machte einen überraschenden Motorenfund beim Werksbesuch von Simonini und lüftet hier das Geheimnis der Firma weltweit erstmalig: Der italienische Motorenbauer wird in wenigen Monaten einen neu entwickelten Vierzylinder-Viertakt-Boxer der Öffentlichkeit präsentieren und noch im kommenden Jahr auf den Markt bringen. Außerdem stellt Boric den neuen Simonini 110-PS-Zweitakter vor. Als Motorenkenner habe ich mir nicht träumen lassen, was ich bei meinem routinemäßigen Werksbesuch bei Enzo Simonini entdecken werde. In dem unschein- baren Gebäude im hoch gelegenen Apennin in der Nähe von Modena empfängt mich Enzo wie immer da, wo er sich am wohlsten fühlt: zwi- schen Regalen voll mit Motorenteilen aus seiner Produktion. Wer Simonini kennt, weiß dass sein Herz im Zweitaktrhythmus schlägt. Umso mehr erstaunte mich beim Rundgang durch die Halle in einer Ecke der Anblick eines halb versteckten Viertaktmotors. Sollte Enzos Herz im reifen Alter auch im Viertaktrhythmus schlagen? Es war Enzo sichtlich unangenehm, über diesen Motor zu reden. Dem sonst so ge- sprächigen Italiener musste ich förmlich jedes Wort aus der Nase ziehen. Um was für einen Motor handelt es sich hier? Starke Viertakt-Revolution Enzo gab schließlich zu, dass er einen völlig neuen Motor entwickelt. Wie neu meine Entde- ckung tatsächlich war, zeigte sich bei der Frage nach der Motorenbezeichnung. Diese existiert nämlich noch nicht. Bisher baute die Firma Si- monini erfolgreich leichte Zweitaktmotoren mit ein und zwei Zylindern. Doch dieser neue Motor durchbricht die Produktionstradition der Firma: massiv und wuchtig wirkt dieser flüssigkeitsge- kühlte Vierzylinder-Viertakt-Boxer. Doch beim Herausziehen aus dem „Versteck“ überraschte mich das relativ geringe Gewicht des Viertakters. Vor mir lag in seiner ganzen Pracht ein nagelneuer Simonini-Boxermotor mit 2500 ccm Hubraum. Etwas über 100 PS hatte ich als Leistung schon erwartet, doch als Enzo mir sagte, dass der Motor 140 PS Dauerleistung bei 5400 U/min bringen wird, wuchs mein Re- spekt gewaltig. Zurzeit wird der Motor auf dem Prüfstand ge- testet. Nach erfolgreichen Verkäufen im Zwei- taktbereich soll der neue Motor nun auch den Viertakt-Markt erschließen, denn viele Piloten mögen aus unterschiedlichen Gründen keine Zweitaktmotoren. Dass ein relativ kleiner Be- trieb wie Simonini so ein Projekt nicht allein durchführen kann, ist klar. Unterstützung und Know-how holte sich Enzo in der für Motoren bekannten Region der Emilia Romagna. So sind unter anderem ehemalige Lamborghini-Techni- ker maßgeblich an dem neuen Motorenprojekt beteiligt. Erste technische Details Alle technischen Details wollte Enzo noch nicht preisgeben, doch ein paar Daten waren schon herauszulocken. Der Vierzylinder-Boxer erhält ein Reduktionsgetriebe aus dem eigenen Hause, der den Propeller voraussichtlich mit 2200 U/ min drehen lässt. Die Steuerung der zwei Ven- tile pro Zylinder übernehmen Stößelstangen und Kipphebel, angetrieben von einer zentral liegen- den Nockenwelle. So präsentiert sich der Boxer in einer konventionellen Bauweise. Konventio- nell ist auch der Ölschmierkreislauf mit einer „nassen“ Ölwanne unter dem Motor. Auf meine Frage, was nun dieser 2,5 Liter- Hubraum-Motor wiegen wird, antwortete Enzo präzise: „78 Kilo komplett mit allen Kühlern und allen Flüssigkeiten!“ Auf meinen skep- tischen Blick erwiderte Simonini: „Dieses ge- ringe Gewicht werden wir durch Fertigung von vielen Teilen aus Magnesium erreichen, zum Beispiel Ölwanne, Ventildeckel und Ansaug- system. Gedacht wird auch an den Einsatz von Karbonteilen. Für die Gemischaufbereitung plant Enzo den Einsatz von zwei verschiedenen Systemen. Ein- mal übernehmen die Beatmung zwei Bing-Ver- gaser, die man auch von Rotax-Motoren kennt. Zum anderen soll eine elektronische Einspritz- anlage von Ducati zum Einsatz kommen. Eben- so von Ducati stammt die elektronische Doppel- zündanlage. Positionierung auf dem Markt Die Firma Simonini beabsichtigt, den neuen Motor auf der AERO 2009 (2. – 5. April) in Friedrichshafen der Öffentlichkeit zu präsen- tieren. Der geplante Produktionsbeginn liegt im letzten Quartal des kommenden Jahres. Der Preis des neuen Viertakters wird laut Auskunft 48 Flügel 6/08 )Motoren) von Simonini deutlich unter dem des Rotax 914 liegen. Genaue Zahlen sind im Moment nicht zu bekommen, da die endgültige Preiskalkulation noch nicht abgeschlossen ist. Enzo ist überzeugt: „Mein neuer Motor wird haltbarer sein als die Motoren der Konkurrenz, da der Hubraum ungefähr doppelt so groß und die Belastung entsprechend geringer ist. Dabei leistet dieser Motor circa 30 PS mehr als die Tur- bokonkurrenz. Ein sehr ruhiger Motorlauf cha- rakterisiert unseren Vierzylinder." Leiser soll er auch sein, da die Zylinder und die Zylinderköpfe flüssigkeitsgekühlt sind. Weitere Fragen zu dem neuen Motor möchte Enzo nach dem Abschluss der Testphase auf dem Prüfstand beantworten. Stille Zweitakt-Revolution Fast per Zufall entdeckte ich in der Produkti- onshalle mehrere auslieferungsfertige Victor- 2-Motoren. Das Lächeln in Simoninis Gesicht zeigte mir, dass ich auf noch eine Neuigkeit ge- stoßen war. Bei dem Motor handelt es sich um eine neue verstärkte Variante, die jetzt 110 statt 102 PS liefert. Durch Hubraumerhöhung von 764 auf 810 ccm wurde die Leistung dieses alt- bekannten Zweitakters gesteigert. Offiziell ist es noch nicht, aber dieser Motor hat wenigsten schon einen ungefähren Namen: Victor 2 Super Plus. Mittlerweile sind sechs Motoren verkauft und zwei von ihnen fliegen schon. Obwohl der Victor 2 Plus relativ unbekannt ist, sind doch schon 110 Stück verkauft. Sehr verbraucherfreundlich zeigt sich der Preis des neuen 110-PS-Zweitakters: Er soll um 6000 Euro plus Mehrwertsteuer kosten. Die Laufzeit bis zur Grundüberholung (TBO) des Motors be- trägt 700 Stunden, wobei für viele potentielle Käufer der Preis der Komplettüberholung inter- essant sein wird: Für die komplette Zerlegung und den Neuaufbau des Motors auf „Null"-Stun- den berechnet das Werk ungefähr 1500 Euro. Mit leuchtenden Augen und wieder gesprächig wie gewohnt erklärt Enzo stolz: „Obwohl die- ser Motor das Gleiche leistet wie ein Rotax 914, wiegt er ein Drittel weniger, nämlich nur 50 Kilo mit allen Flüssigkeiten. Sogar der Verbrauch des Victors liegt unter dem des Viertakters. Piloten berichteten mir von 8 l/h bei 5000 U/min!" Wenn man diese Daten hört, ist es schwer nachzuvollziehen, warum die Zweitaktmotoren auf dem Markt eine so geringe Akzeptanz besit- zen. Zur Untermauerung der Qualität des neuen 110-PS-Victor, wies Enzo darauf hin, dass mit dem Motor mehrere internationale Rennen für Wasserflugzeuge gewonnen wurden: Der Pilot Graziano Mazzolari holte die Siege mit einem ICP-Bingo bei den letzten vier Veranstaltungen des „Schneider-Trophy" und den vergangenen drei Rennen von „Tre Mari". Enzos begeisterte Beschreibung des Victor- 2-Super-Plus macht eines sicher deutlich: Sein Herz schlägt trotz allem noch immer im Zwei- takt-Rhythmus. Marino Boric lt Enzo Simonini (66) ) Inhaber der Firma „Simonini Racing — Si- monini Flying" (www.simonini-flying.com) in San Dalmazio/Modena/Italien Die Firma Simonini hat sich seit den sech- ziger Jahren einen legendären Ruf im Mo- torradbau und -Tuning erworben. Der Sohn eines Bäckers hat sich früh für Motorenbau interessiert, was in einer Gegend mit den Fir- mensitzen von Maserati, Ducati und Lambor- ghini nicht verwundert. Simonini war ein per- sönlicher Freund von Enzo Ferrari, dessen Motorenleidenschaft er teilte. Nachdem der italienische Motorradmarkt anfang der Acht- ziger Jahre in die Krise geriet, konzentrierte sich Simonini auf den Bau von Auspuffan- lagen, Zubehörteilen und Motortuningteilen für Motorräder (Simonini-Racing). Außerdem flossen seine Erfahrungen in den Motorenbau für Ultraleicht- und Leichtflugzeuge, die er seit über vierzehn Jahren produziert. Bisher wurden über 10 000 Zweitakt-Motoren welt- weit verkauft. Enzo Simonini wird durch ein eigenes Zitat charakterisiert: „Wir Handwer- ker aus Modena sind ein bisschen wie Dich- ter: Wir verdienen wenig, aber wir verzichten nicht auf unsere Arbeit." Leistungsbeweis des neuen Zweitakters: erster Platz beim Schneider Cup, den Simonini zum wiederholten Mal gewann. ä ClineEIDER CU"' Fi.ns Jerr KaJMCIPATM DK 1 "JIM'