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) e-flight ) Synthetisches Benzin Das November-registrierte Flugzeug Baeking Deuce ist mit einem Lycoming-Motor bestückt ist. Es wurde 1980 hergestellt und ist noch heute im regelmäßigen Flugeinsatz. Da der Swift- Treibstoff noch keine FAA-Zertifzierung besitzt, darf das Flug- zeug mit dem Treibstoff nur auf dem Boden getestet werden. Der Swift-Treibstoff ist bis jetzt in verschiedenen Lycoming- Motoren getestet worden: z.B. O-325, IO-360, IO540/K. Swift Biosaft Ermöglicht ein neues, revolutionäres Verfahren aus Biomasse synthetisches Benzin herzustellen? Zum halben Preis? Ist der Biosaft von Swift tatsächlich besser als Benzin? Auf der fieberhaften Suche nach neuen Treibstoffalternativen scheint die Fir- ma Swift, USA eine interessante Lö- sung entwickelt zu haben. „Wir sind in der Lage, eine Alternative für 100LL-Flugbenzin zur Hälf- te des derzeitigen Preises anzubieten, sagte Jon Ziulkowski (Forschungsleiter von Swift) überra- schend auf einer ILA-Konferenz im Rahmen des Kongresses „Greener Skies Ahead“. Dort gab er erstmalig bekannt, dass seine Firma ein Verfah- ren patentiert hat, mit dem es möglich ist, aus Biomasse Treibstoff herzustellen. Das Endpro- dukt ist ein synthetischer Kohlenwasserstoff- Treibstoff, aus dem man nicht nur wie bei bisher bekannten Verfahren Flugbenzin, sondern auch Kerosin herstellen kann. Vor einigen Tagen hat uns der Direktor und Miteigentümer der Firma Swift, John J. Rusek, in einem telefonischen Interview erklärt: „Zur- zeit bauen wir eine Pilot-Anlage mit der Kapazi- tät von 200 Gallonen (760 Liter) pro Tag, die in ein paar Monaten in Betrieb gehen soll. Zusätz- lich haben wir für Ende 2009 die Inbetriebnah- me einer Anlage mit einem Produktionsvolumen von 7600 Liter täglich geplant.“ Das patentierte Verfahren ist bis jetzt noch nicht näher erläutert worden, aber es handelt sich um einen Prozess, bei dem aus Biomasse Etha- nol produziert wird, das dann auf molekularer Basis „umgebaut“ wird. Die daraus gewonnenen zwei Komponenten – von Swift „X“ und „Y“ ge- nannt (s. Abb.) – lassen sich beliebig mischen. Je nach Mischungsverhältnis ergeben sich Treib- stoffe mit 95,5 bis 104,9 Oktan. Dieser noch geheime „Umbau“ von Ethanol unter Zugabe von anderen Molekülen liefert ein Produkt, das eine wesentlich höhere Energie- dichte als Ethanol besitzt. Dadurch erhöht sich die Reichweite bzw. die Leistungsfähigkeit der Triebwerke um 15 bis 25 Prozent. Dabei soll dieser synthetisch erzeugte Treibstoff nicht hy- groskopisch sein, das heißt, es erfolgt keine Eis- bildung im Treibstoff wegen Wasser in Flug- zeugtreibstoffanlagen. Schon jetzt erfüllt der „Swift-Biosaft“ alle Vorgaben, die dem Standard von zugelassenem 100 LL-Benzin entsprechen. Der Treibstoff wurde in verschiedenen Labo- ratorien in Illinois, Texas und Minnesota unter- sucht. Nach den vorliegenden Testergebnissen übertreffe der Swift-Treibstoff sogar die heu- tigen Anforderungen an Flugbenzin, versicherte Rusek, der auch Professor an der Purdue Univer- sity in West Lafayette und der US-Air-Force- Academy (Department of Astronautics) ist. Herstellungskosten 30 Cents pro Liter „Der Herstellungspreis beträgt nur die Hälfte von herkömmlichen Erdöldestillaten“, betonte Ziulkowski. „Der errechnete Herstellungspreis liegt zurzeit bei 1,80 US-Dollar pro Gallone bzw. 0,30 Euro pro Liter!“ Auf die Frage, ob es sich bei der benötigten Biomasse um Nahrungsmit- tel handelt, antwortete Ziulkowski: „Wir möch- ten für den Herstellungsprozess dem Menschen keine Nahrung, wie z.B. Getreide, wegnehmen. Wir können und werden den Treibstoff aus fast allen nachwachsenden Rohstoffen wie z.B. Grä- ser, Algen, Holz und sogar aus Bioabfällen her- stellen.“ Da das genaue Herstellungsverfahren noch nicht veröffentlicht wurde, kann man noch keine unabhängige Zukunftsprognose abgeben. In der Vergangenheit scheiterten ähnliche Verfahren, die auf dem Einsatz von Katalysatoren basier- ten, an Verunreinigungen des Katalysators. Auf dieses Problem angesprochen antwortete Rusek: „ Da unser Verfahren sich von den vorherigen unterscheidet, haben wir mit diesen Problemen nicht zu kämpfen.“ Also, Benzin zum halben Preis? Vielleicht, aber auch wenn die Ergebnisse in der Praxis nicht so positiv sein sollten, befinden wir uns möglicherweise auf dem Weg. die heutige Erd- ölabhängigkeit zu überwinden. Swift Enterprises Die Firma Swift Enterprises wurde im Jahr 2001 von den Eheleuten Rusek gegründet und ist in West Lafayette in einem Forschungspark der Purdue Universität angesiedelt. Es handelt sich um ein Labor, das sich mit der Entwicklung von Treibstoffen beschäftigt. Ziel ist durch Einsatz von wieder benutzbaren Ressourcen, die Ener- giekrise zu überwinden. Die Gründer der Fir- ma haben Mitte der Achtziger Jahre auf der Edwards-Air-Base/USA gearbeitet. Dort ent- wickelten sie Raketen und Raketentreibstoffe für die US-Regierung. Die Firma Swift war an Projekten für Lockheed Martin und die amerika- nische Luftwaffe und Marine beteiligt. Marino Boric ff Die Vorteile des neuen Synthetik Treibstoffes von Swift ) Todd Burrough (Swift Business Development) erläuterte Flügel die Vorteile der Swift-Treib- stoffe gegenüber Destillaten aus Rohöl: · weniger Produktionsstufen · weniger Schadstoffemissionen während der Herstellung · Blei- und Sulfatfreiheit im Herstellungsprozess und Endprodukt · höhere energetische Dichte von 15 -25 % · niedrigerer Gefrierpunkt · frei von Alkohol und Oxidanten · kein Umbau von bestehenden Flugzeug-Treibstoffanlagen notwendig · beliebig mischbar mit Rohölderivaten ohne Nachteile · Herstellungspreis zurzeit ca.1,80 US$ /US-Gal (=3,785 l) · jede Biomasse verwendbar · einfacher Umbau von bereits bestehenden Ethanol-, Butanol- oder Aceton-Produktionsanlagen · Nutzung bestehender Transportwege von bisherigen Treibstoffen 50 Flügel 6/08 ) e—fl ight ) Oktanzahl der Swifttreibstoffe im Vergleich zu 10OLL (g Gewichts-Energiedichte von Swifttreibstoffen — Netto-Wärmeenergie. 0 Volumen-Energiedichte — Netto-Wärmeenergie. Kommentar zu den Abbildungen oben: Die horizontale schwarze Linie ist die FAA- Spezifizierung für das 10OLL-Flugbenzin. Die Swift-Benzine mit der Bezeichnung 701 bis 705 sind durch Mischung von den als „X" und „Y" bezeichneten Komponenten in verschiedenen Verhältnissen entstanden. Die Testdiagramme wurden nach ASTM- Normen D3338 und D909 erstellt. Flügel 6/08