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Motoren Limbach Motoren Totgesagte leben länger Umbach goes China Text und Fotos: Marino Boric In den letzten Jahren wurde es ruhi- ger um die Firma Limbach. Es gab keine aufregend neuen Produkte und kaum Nachrichten. Ende August vergangenen Jahres beka- men wir die „Todesanzeige", eine Pressemitteilung der Firma mit dem Titel „Betriebsaufgabe". Kaum drei Monate später erreichte die Nachricht von der Wiederauferstehung die Redaktion: eine Pressemitteilung mit dem Titel „Neuanfang". Doch vor Jahresbeginn war kaum Konkretes zu erfahren. Im Januar machte ich mich auf den Weg, das Wunder vor Ort zu hinterfra- gen und traf den alten und den neuen Besitzer. Nach mehr als 40 Jahren endete die Ära der Firma Limbach, die schon über 6.000 Flugmotoren hergestellt hat. Peter Limbach sah keinen Weg mehr, die Firma weiterhin erfolgreich zu fuhren und entschied sich deshalb zur Betriebsaufgabe. „Wir werden seit vielen Jahren schon unter einer Flut von Vorschriften und Anforderungen erstickt. Der Versuch, sich in diesem Umfeld zu bewegen, ist gescheitert, weil wir die erforderlichen Ressourcen dazu nicht bereitstellen können", er- läutert der ehemalige Chef, der sich von Behörden nicht ausreichend un- terstützt sieht. Nach der Entscheidung zur Betriebsaufgabe suchte die Firma Limbach nach möglichen Käufern des Betriebs. Unter vielen Interessenten wählte die Familie Limbach einen Bekannten, den 54-jährigen Deutsch-Chinesen Shuide Chen, der seit 20 Jahren in Bonn lebt. Die Betriebsschließung wurde aufgehoben und zurzeit wird an der Neuausrichtung der Produktion gearbeitet. Als Übergangslösung hofft die neue Geschäftsleitung die Produktionszahlen mit der zehnköpfigen Belegschaft auf dem Niveau des Jahres 2011 zu hal- ten. Im letzten Jahr erzielte Limbach einen Umsatz von 2,2 Millionen Euro. Die Neuausrichtung umfasst auch die Modernisierung und Anpassung der vorhandenen Triebwerke. Die tragende Säule der zukünftigen Produktionspalette soll das heute mo- dernste Triebwerk der Firma sein, der L 2400 DT/ET mit 96 kW (130 PS). Peter Limbach hofft, dass man bei der Modernisierung der Motoren das heutige Gewicht von 86 Kilo um fast zehn Kilo verringern kann. Der neue Aluminium-Motorblock bringt dabei die größte Gewichtseinsparung. Die Limbach - mit neuen Ideen den Markt angreifen. 1700 ccm Motoren werden wahrschein- lich in der jetzigen Form nicht mehr zu haben sein. Peter Limbach deutete den zukünftigen Weg an: „Es ist mit einer neuen Motorenfamilie für ULs zu rechnen." Trotz mehrmaligen Nachfragens war nicht mehr zu erfahren, aber es scheint sicher zu sein, dass es sich um komplett neue Triebwerke handeln wird, die das Leistungsspektrum von 50/60 bis 120/130 PS abdecken werden. Diese Daten lassen auf eine neue Familie von modular aufgebauten Motoren mit und ohne Turboaufladung schließen. Dass es sich dabei nicht unbedingt um ei- nen Boxermotor nach VW-Art handelt, wollte man nicht bestätigen, aber auch nicht dementieren. EXPANSION IN NEUE MÄRKTE Ein Teil der neuen Strategie ist die Erschließung neuer Märkte, die sich überwiegend im asiatischen Raum be- finden. Am heimischen Markt sieht Peter Limbach kaum Wachstumschancen. Da der Investor aus China kommt, werden herstellungsintensive Teile in den kommenden Jahren in China produziert — die Globalisierung hat auch das Siebengebirge erreicht. Die Entwicklung neuer Produkte bleibt vor- erst in Deutschland, wo auch die neue Generation von UL-Motoren Interesse auf dem aufmerksamen Markt finden könnte. Einen Wiederbelebungsversuch bekam die Firma Limbach nach der Bekanntgabe der Schließung mit einer Flut von Aufträgen direkt zu spüren. Es ist für Limbach ein erfolgreicher Start ins neue Jahr — Totgesagte leben eben länger. www.limfiug.de 4 Peter Limbach (rechts) und sein Nachfolger Shuide Chen. Im äußersten Süden von Nordrhein- Westfalen ist die Traditions-firma Limbach Flugmotoren in Königswinter- Sassenberg beheimatet. Auf immer schmaler werdenden Straßen fahre ich durch das waldreiche Siebengebirge bis zum Limbach-Werk in dem abge- legenen Dorf Sassenberg. Dort erwar- ten mich der alte Firmenbesitzer Peter Limbach und der neue Besitzer von Limbach-Motoren, der chinesische Investor Shuide Chen. Zu Jahresbeginn hat Herr Chen alle Geschäftsanteile und die Geschäftsführung der Firma Limbach übernommen. Im anschließenden Gespräch versuche ich, die Gründe für die Übernahme zu erfahren. Das Magazin