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Motoren EPA Power Motoren Aus der Formel 1 in die Luftfahrt Ein kleiner italienischer Motoren-Tuner mit Rennerfahrung kann es nicht lassen, seine Hände auch auf erprobte Rotax-Antriebe zu legen. Resultat: die bekannten Triebwerke entwickeln mehr Leistung und sind sogar für den Kunstflug einsetzbar. FLÜGEL besuchte den Edeltuner in Norditalien und warf einen Blick hinter die Kulissen. Text und Fotos Marino Bprip Von den Anfängen bis zur F 1 : Trotz Internet und Google lassen sich viele Details über die Firma EPA-Power in der Nähe von Bergamo in Norditalien nicht in Erfahrung bringen. Der Inhaber der Firma, Claudio Albertinazzi, ist nämlich medienscheu und feilt lieber an Motoren als an Pressemitteilungen. Die Motorenleidenschaft erbte er von seinem Vater Giovanni, der schon in den Siebzigerjahren das Familienunternehmen „Albertinazzi Motori" gründete, aus dem die heu- tige Firma EPA Power hervorging. Damals fand der Vater in kürzester Zeit Zugang zur italienischen Automobil- Rennszene, für die er Motoren für ver- schiedene nationale Meisterschaften tunte. Anfang der Achtzigerjahre bekam die gewachsene Firma, die sich mittler- weile mit Design und Realisierung von Spitzenprodukten der Renntechnik be- schäftigte, sogar von einem britischen Formel 1-Rennteam den Auftrag für einen 1500-Kubik-Turbomotor. Leider änderte sich dann das Renn-Reglement zugunsten von Saugmotoren, so dass man das knapp 1000 PS star- ke Rennjuwel vom firmeneigenen Prüfstand direkt in Rente schickte. In den Neunzigern entwickelte die Firma mehrere eigene Motoren, die in Le Mans für gute Ergebnisse sorgten. Auch heute ist die Firma mit eige- nen Triebwerken (V6, 3400 ccm, 500 PS) im Rennsport tätig, aber beschäf- tigt sich auch mit der Vorbereitung und dem Tuning von Fahrzeugen der Marken BMW, Audi und Mercedes für verschiedene nationale und internatio- nale Renn-Meisterschaften. LUFTFAHRTANTRIEBE Mittlerweile hat Sohn Claudio die Leitung der Firma übernommen. Einige seiner Freunde aus dem Kunstflugteam der Firma Pioneer bringen ihn in Kontakt mit der Luftfahrt. Claudio entdeckt schnell, dass die verfügbaren Motoren der Firma Rotax sich kaum für Kunstflug eignen. Mit der Erfahrung, die er in den letzten 15 Jahren an der Seite des Vaters gewonnen hat, gründe- te er vor einigen Jahren innerhalb der Firma EPA Power die neue Abteilung „Sportavio". Hier begann Claudio mit der Adaptierung von Motoren für ex- treme Einsätze. Schon 2007 läuft der erste Luftfahrtmotor auf dem firmen- eigenen Prüfstand, bestückt mit einem provisorischen Einspritzsystem. Im Laufe der Zeit entwickelte Claudio sein Einspritzsystem für Rotax 912/914 Motoren bis zur Serienreife. Erstmalig präsentierte man diesen Motor der brei- ten Öffentlichkeit auf der AERO 2010. Heute bietet die Firma EPA Power verschiedene Tuningstufen für Rotax- Motoren an. Die einfachste Stufe be- steht aus einem Feintuning von Motoren und geht in weiteren Stufen bis zur Hubraumerhöhung und zum Einsatz ei- ner elektronischen Einspritzung, sogar bei Rotax 914-Motoren. PRODUKTPALETTE Auf der Firmenwebseite von EPA Power ist keine Bestellliste von Motoren mit Preisen zu finden. Wenn man aller- dings auf Messen mal etwas genauer unter die Motorverkleidung guckt, kann man verschiedene Ausbaustufen von Rotax-Motoren entdecken, die unterschiedliche Bezeichnungen tra- gen. Die Saugmotoren SA-R912i und 912+ behalten auf der einfachen Tuningstufe ihre Leistung und werden durch Feinwuchten und Polieren op- timiert. Der SA-R915i, ebenfalls ein Saugmotor, steigert die Leistung auf 120 PS und die Turbomotoren SA- R914h bringen es auf 130 bis 135 PS. Zusätzlich zu den Motoren ist von der Firma EPA Power auch eine Lichtmaschine mit 26 Ampere zu ha- ben, die auf das Ende der Kurbelwelle aufgesattelt wird. Im Angebot befindet sich auch ein Öltank mit dazugehörigem Ventil, der die Rotaxmotoren für Kunstflug und Rückenflug tauglich macht. Nr. 112 II 64 FUgelli et-tliCe Alle angelieferten Basismotoren wer- den im EPA-Werk zerlegt und neu aufgebaut. Viele Teile wie Zylinder und Kolben werden entweder bear- beitet oder gegen noch hochwertigere Komponenten aus dem Rennbereich ausgetauscht. Beim 120-PS-Motor beispielsweise steigt der Hubraum auf 1484 ccm und die Verdichtung auf 11:1. Zusätzlich erhält der Motor einen neu- en Ansaugtrakt (Airbox) aus CFK und eine Benzineinspritzung mit einem Motec M4 Steuergerät, das auch für die Steuerung der EPA Zündspulen zustän- dig ist. Dass alle beweglichen Teile po- liert und fein gewuchtet werden, ist für Claudio selbstverständlich. Die Innenkomponenten des Motors, die ich im Werk gesehen habe, sind so schön, dass es fast zu schade ist, diese im Innern des Motors werkeln zu lassen. Die Turbomotoren haben 1400 ccm Hubraum und können je nach Setup und Kundenwunsch von 130 bis 135 PS produzieren. Alle Einspritzmotoren arbeiten mit zwei elektrischen Treibstoffpumpen und auf Wunsch mit der EPA-Lichtmaschine, die einen ei- genen Stromregler besitzt und für zu- sätzliche Sicherheit des elektrischen Systems sorgt. Obwohl die Motoren mit mehr Hubraum und PS ausgestattet sind, ändert sich die Enddrehzahl des Motors/Propellers nicht. ANWENDER VON EPA-MOTOREN Wie ich von Claudio erfahre, hat er bis heute schon 26 Saugmotoren und einige turboaufgeladene Motoren geliefert. In allen Flugzeugen des Pioneer-Kunstflugteams befinden sich EPA-Motoren wie auch in einer italienischen FK12 Comet. Seit der AERO 2010 ist ebenfalls der italieni- sche Kunstflugeinsitzer Dallair FR-01 mit einem EPA-Motor ausgestattet. In Zusammenarbeit mit den Brüdern Barbero, Hubschrauberhersteller aus Turin (Firma Heli-Sport), wurde der EPA-Motor in den CH-7 und CH-77 eingebaut, die erstmalig auf der dies- jährigen Messe in Blois im September zu sehen war. Angesprochen auf die Preise für die EPA-Motoren weicht der Inhaber Claudio Albertinazzi aus: „Unsere Firma hat sich auf die Entwicklung und Adaptierung von Rotax-Triebwerken für extreme Einsätze spezialisiert. Das bedeu- tet, dass wir genaue Preise für unsere Produkte nicht nennen können, da wir nicht wissen, in welches Flugzeug und mit welchem Aufwand die- ser Motor eingebaut wird. Im Laufe der Entwicklung äußern zudem die Flugzeughersteller oft noch spezielle Wünsche, was sich dann auf den Preis niederschlägt." Weiterhin erfahre ich von Claudio, dass seine Hauptkunden Flugzeughersteller sind und nicht Privatleute, die ihren eigenen Motor leistungsmäßig steigern wollen. Auch auf eine spätere Anfrage wollte EPA Power keine Preise nennen. Man geht in der Tunerszene jedoch von ei- ner Verdoppelung des ursprünglichen Herstellerpreises aus. Als Leitlinie kann man wohl die in den USA ge- nannten Preise für EPA-Motoren der Firma SportairUSA heranziehen (siehe Kasten). Manch einen mögen diese Preise er- schrecken, aber der Zeiteinsatz und die Verwendung von hochwertigen Materialien für individuelle Lösungen haben eben ihren Preis. Auch Edelsteine sind im Rohzustand matt und unattrak- tiv; nach der individuellen Bearbeitung und dem Feinschliff funkeln sie und gewinnen beträchtlich an Wert. www.epapower.com PREISLISTE DER FIRMA SPORTAIRUSA Dollar-Preise (inkl. Lieferung innerhalb der USA) EPApower Engines & Performance Parts SA-R9151: competition engine $ 57.250 SA-R912i: polished, balanced, EFI $ 49.750 SA-R912+: polished, balanced $ 38.500 lnverted Oil System $ 7.700 Gen2 $ 3.575 www.sportair.aero 6'2011