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Nach der Schlammschlacht im letzten Jahr hatte das AirVenture 2011 mehr Glück mit dem Wetter. Es fing sonnig an und hörte sonnig auf. Dazwischen gab es zwar auch mal Regen und etwas Schlamm, aber das konnte der Stimmung in Oshkosh in diesem Jahr nichts anhaben. Neuigkeiten gab es in unerwarteten Bereichen, doch meist betrafen sie mehr das Feintu- ning als sensationelle Neuproduktionen. OSHKOSH AIRVENTUR Meeting VI MIN e5,1!!!!Ili git-fr011 tr Text und Fotos : Marino Bone Willi Tacke Die 59. Ausgabe von AirVenture fand traditionell in Oshkosh, im Bundesstaat Wisconsin vom 25. bis 31. Juli statt. Die gelungene Mischung von klassischem Fly-in und Luftfahrtmesse bot Luftfahrt- interessierten die ganze Palette der Flie- gerei vom Gleitschirm mit Rucksackmo- tor bis zum Überschall-Militärjet. Laien kamen genauso auf ihre Kosten wie passionierte Bausatz-Bastler. Oldtimer- Liebhaber konnten über 1000 Flugzeuge bewundern, davon 367 Warbirds und 112 Ultraleichte und leichte Flugzeuge. Die Internationale Kunstflugvereini- gung IAC war mit 38 Flugzeugen vertre- ten. In sieben verschiedenen Workshops machten sich fast 7000 Teilnehmer mit Vergnügen während der ganzen Wo- che von morgens früh bis spät die Hän- de schmutzig. Abends sorgten bekannte Rock- und Popgruppen und Filmvorfüh- rungen für Unterhaltung. Der deutsche Zeppelin NT einer Versicherung kreiste fast lautlos täglich über die Köpfe der Besucher. Doch der unumstrittene Hö- hepunkt eines jeden Tages war die drei- stündige Airshow, die am Samstagabend als Nacht-Airshow mit einem grandiosen Feuerwerk gekrönt wurde. In diesem Jahr feierte AirVenture den 100. Jahrestag des Airmail-Service und 100 Jahre Marinefliegerei. Der einzige auf der Welt fliegende B-29 Superbom- ber FIFI besuchte das Event ebenso wie die Boeing 787 Dreamliner. Die EAA veranstaltete das zweite Electric Aircraft World Symposium. Außerdem würdigte man das Lebenswerk des Flugzeugkon- strukteurs Burt Rutan mit einer Ausstel- lung, in der 40 seiner Flugzeuge zu sehen waren. Vom Entenflügler Quicki über Boomerang, Beachcraft, Catbird, Star- Ship bis zum Weltalltaxi White Night Two wurde hier ein Querschnitt von Rutans Schaffensspektrum sichtbar. Die meisten seiner Flugzeuge wurden nicht nur ausgestellt, sondern man konnte die ungewöhnlich aussehenden, aber aerody- namisch sehr effizienten Kreationen auch im Flug bewundern. EUROPÄISCHE PRÄSENZ Auf der AirVenture waren in diesem Jahr die europäischen Hersteller sehr gut vertreten und sorgten für viel Auf- merksamkeit. Insbesondere die elek- trischen Flugzeuge von PC Aero aus Deutschland und Pipistrel aus Slowe- nien zogen das Publikum während der gesamten Veranstaltung an. Sowohl der Einsitzer von Calin Gologan als auch der Viersitzer von Pipistrel werden an dem Wettbewerb NASA CAFE Green Challenge in Kalifornien im nächsten Monat teilnehmen. Große Beachtung fanden auf der Messe die Aktivitäten der Tragschrauber, wo mehrere Weltpremi- eren und nationale Premieren geboten wurden. Einen besonders gelungenen Auftritt lieferte hier die deutsche Firma AutoGyro. Zurzeit verzeichnen Autogy- ros ein starkes Interesse in den USA und sorgten auf der AirVenture in dem an Neuigkeiten relativ armen LSA-Bereich für willkommene Abwechslung. Insgesamt war AirVenture 2011 eine erfolgreiche Veranstaltung, die die vor- herige überboten hat. Über 541.000 Be- sucher, mehr als 800 Aussteller und über 850 registrierte Medienvertreter kamen nach Oshkosh. Rod Hightower, EAA Präsident berichtete auf der abschlie- ßenden Pressekonferenz am Sonntag auch von 10.000 bis 12.000 Flugzeugen, die das Fly-in besuchten. Positive Zei- chen für die Veranstalter, die von Mut- ter Natur 2010 mit starkem Regen kurz vor der Veranstaltung, der das gesamte Gelände in einen sumpfigen Morast ver- wandelte, arg gebeutelt wurden. Die Ver- anstalter haben aus dieser Lektion gelernt und investierten über eine halbe Million Dollar in Entwässerungssysteme, so dass der Regen, der dieses Jahr in der Mitte der Veranstaltung aufkam, kaum nen- nenswerte Störungen verursachte. Nach AirVenture ist vor AirVenture — Rod Hightower gab schon einen Aus- blick auf die Jubiläumsausgabe zur 60. AirVenture vom 23. bis 29. Juli 2012. Pi- per Cub wird im nächsten Jahr das 75. Jubiläum feiern und geehrt wird auch Richard VanGrunsven, Begründer von Van's Aircraft. Daneben wird es außer- dem einen Schwerpunkt mit Flugbooten und natürlich eine Neuauflage des hoch- karätigen Electric Flight Symposium in- klusive eines neuen Elektro-Flugwett- bewerbs geben. Wir werden auch 2012 wieder dabei sein. UL, LSA Flight Design Eindeutig die größte Aufmerksamkeit erregte die Firma Flight Design mit ih- rer Neuvorstellung C4. Der viersitzige Schulterdecker, der auf der letzten AERO als Mockup gezeigt wurde, war auch in den USA ein Publikumsliebling. Entge- gen der vorherigen Ankündigung war man bis zum Ende der Veranstaltung jedoch nicht in der Lage, den endgül- tigen Motoren- und Avionic-Lieferanten zu nennen, da die Verhandlungen noch im vollen Gange waren. CEO Matthias Betsch versicherte jedoch, dass fieberhaft am endgültigen Setup gearbeitet wird. Der Auslieferungspreis für den Flieger stand mit 250.000 US-Dollar schon fest. Mit einer Anzahlung von 7000 Dollar konnte man sich auf der Messe einen der 100 ersten Flieger sichern, was einen Bo- nus von 10.000 Dollar einbrachte. Laut Firmenangaben wurden bis Mitte der Woche schon 65 Kunden registriert, was einen Auftragswert von über 16 Millio- nen Dollar bedeutete. Insgesamt war man bei Flight Design mit der Verkaufentwicklung in diesem Jahr außerordentlich zufrieden, denn die Verkaufszahlen waren doppelt so hoch wie im letzten Jahr im gleichen Zeit- raum. Eine Neuheit kündigte Flight De- sign auf der AirVenture noch an. Die C4 wird optional mit neuartigen Rettungs- schirmsystemen der Firma BRS ausge- stattet. Erstmalig wird die Auslösung der pyrotechnischen Patrone nicht mehr me- chanisch, sondern elektrisch initiiert. Das erste fliegende Exemplar der C4 soll man auf der AERO 2012 sehen können. www. flightdesign.com Tecnam Tecnam war in Oshkosh umgezogen und hat seinen Standpunkt jetzt gegenü- ber von Flight Design direkt am Haupt- eingang des Messegeländes. Wie auf der AERO präsentierten die Italiener gleich- zeitig einen ganzen Strauss von Neu- heiten: Die P2010 und die P92 Eaglet G5 mit Lycoming-Triebwerk waren live vor Ort, die neue P2012 Traveller, die auf der AERO als Mock-up zu sehen war, wurde in Oshkosh nur als Fotografie ge- zeigt. Schwerpunkt der Tecnam-Vertreter bei der Pressekonferenz lag auf dem Schulterdecker P2006T, einem Vier- sitzer mit zwei Rotax-Motoren von je 100 PS. Nach Worten von Phil Solo- mon, Tecnam-Vertreter für die USA, hat dieses Flugzeug mit niedrigen Be- triebskosten das Marktsegment revo- lutioniert. Die Anschaffungskosten sollen 30 Prozent und die Betriebsko- sten 40 Prozent niedriger als die der Konkurrenz sein. Die hundertprozen- tige Produktionsauslastung trotz gestei- gerter Produktion ist bis Ende Oktober dieses Jahres schon gewährleistet. www. tecnam.com. Remos Die deutsche Firma Remos aus Pase- walk zeigte in Oshkosh die NXT-Ent- wicklung des bekannten LSA GX. Man wundert sich, dass es möglich ist, das oh- nehin ausgereifte Flugzeug GX weiter zu verbessern. Die Remos-Leute schafften es tatsächlich mit der NXT. Von außen sind die Unterschiede kaum zu erkennen, aber die neue Variante wartet mit einem wesentlich vergrößerten Innenraum auf, der sich besonders im Kniebereich der Insassen durch die geänderte Positionie- rung eines etwas niedrigeren Panels be- merkbar macht. Dadurch wurde auch die Sicht aus dem Cockpit nach vorne bedeu- tend verbessert. Für zusätzlichen Kom- fort sorgen auch die neu eingeführten Belüftungseinlässe an der Flügelvorder- kante nahe der Windschutzscheibe, die jetzt wegen des breiteren Cockpits fünf Zentimeter länger ist. Das immer schon aufgeräumt wirkende Panel wurde durch Einsatz eines Dynon 7-Inch-SkyView Glaspanels noch überschaubarer. Ab 143.000 US-Dollar ist die NXT zu ha- ben. www.remos.com ION-Aircraft Die kleine US-amerikanische Firma präsentierte erstmalig das fertige Flugzeug ION, ein zweisitziger Tan- demflieger mit Motor in Schubkonfi- guration, dessen Höhenleitwerk mit zwei Auslegern mit dem Flügel ver- bunden ist. Die Firma bereitet sich schon auf die Serienproduktion vor, nachdem die zwei Prototypen ins- gesamt 100 Stunden Flugzeit absol- viert haben. Das ausgestellte Flugzeug ähnelt dem Auslieferungsstandard des Serienmodells sehr. In einem Jahr soll der LSA-Flieger in den Verkauf kom- men. Der Baussatz wird 47.000 US-Dol- lar kosten und soll in unter 500 Stunden aufgebaut werden können. www.ionair- craft.com 16 allgel Dcg Nr. 110 OSHKOSH Shearwater Aircraft Aus Neuseeland kommt dieser Vor- schlag für ein viersitziges amphibisches Flugzeug. Interessant ist dieses Projekt, dessen Finanzierung noch nicht gesichert ist, durch Konstruktions- und Antriebs- details. Motorisiert ist dieser Flieger mit dem Schweizer Mistral Dreischei- ben-Wankelmotor, der einen Fünfblatt- Schubpropeller antreibt. Eine konstruk- tive Besonderheit ist ein unter dem Rumpf angebrachter Ski, der im ausge- fahrenen Zustand für eine leichtere Tren- nung der Wasseroberfläche sor- gen soll. Der Preis des Bausatzes des viersitzigen Fliegers beträgt 129.000 US-Dollar. Er soll in 1000 Stunden aufgebaut werden können. Der Erstflug dieses Was- serflugzeugs, das auch auf Land landen kann, ist 18 Monate nach der gesicherten Finanzierung gep- lant. www.shearwateraircraft.com Icon Aircraft Die kalifornische Firma Icon-Aircraft zog mit ihrem stylischen Ausstellungs- zelt wie immer die Blicke auf sich. Laut Angaben der Firma sicherte sie sich ei- nen Finanzierungsbetrag über 25 Millio- nen US$ von verschiedenen Investoren, so dass die Produktion ihres Fliegers ge- sichert sein soll. Der Produktionsbeginn wurde vom dritten Quartal 2011 auf das vierte Quartal 2012 verschoben. Ob- wohl der Prototyp nicht ausgestellt war, erfuhren wir, dass das Produktionsflug- zeug wieder mit Landeklappen versehen wird, die 2010 vom Prototyp verschwun- den waren. Nach Angaben der Firma sol- len fast 500 Flugzeuge im Gesamtwert von 85 Millionen Dollar schon bestellt sein. Für die, die nicht so lange warten können, präsentierte die Firma zusam- men mit dem Partner Horizon Hobby die ferngesteuerte Spielzeug-Variante des Flugzeugs für 200 Dollar. Kurz vor der Drucklegung des Heftes erfahren wir, dass die Firma Icon am 28. Juli ei- nen neuen, angeblich trudelfreien Flügel getestet hat, der wieder keine Landeklap- pen haben soll. www.iconaircraft.com Terrafugia Terrafugia zeigte erstmalig den noch nicht fliegenden Prototyp der neuen Tran- sition-Serie. Bisher konnte man nur ver- kleinerte Maßstabsmodelle sehen. Das fliegende Auto hat jetzt keinen vorderen Flügel mehr. Ursprünglich war geplant, dass der Prototyp aus dieser Serie auf der AirVenture fliegen soll, aber dies wurde auf nächstes Jahr verschoben. Von dem CEO der Firma, Carl Dietrich, erfuhren wir, dass in diesem Jahr die Straßentaug- lichkeitstests durchgeführt werden. We- gen Lieferprobleme der Zulieferer ist erst Ende 2012 mit der Auslieferung zu rech- nen. www.terrafugia.com Der neue Prototyp des Terrafugia Flugautos fliegt noch nicht - sein Vorgänger aus den Sechzigern war dagegen in der 2011 Flugshow. 4/2011 Flügel Meg 17 Meetin • OSHKOSH X-Air Der französische Hersteller präsen- tierte zusammen mit D-Motor aus Bel- gien sein bekanntes UL/LSA-Flugzeug in Oshkosh. Das zweisitzige Rohr/Tuch- gerät ist in seiner Klasse der preisliche Einstiegslevel und kostete 59.000 Dol- lar auf der Messe. Der Besitzer der Firma bezeichnete das Interesse der amerika- nischen Käufer als positiv. www.rand- kar.fr Maverick LSA Das Maverick genannte fliegende Auto wurde für Leute in schwer zu er- reichenden Gebieten dieser Welt ent- wickelt. Es ist seit 2010 durch die FAA zugelassen und kostet zurzeit 84.000 US- Dollar. Es ist sehr geländegängig ausge- legt und kann in zehn Minuten Vorberei- tungszeit mit Hilfe eines Gleitschirmes in die Luft gebracht werden. Ein zehnminü- tiger Flug mit diesem Gerät soll Missi- onaren und Helfern über zehn Stunden Fußmarsch im Urwald ersparen. So wun- dert es nicht, dass angeblich auch die Mi- litärs am Maverick LSA Interesse haben. www.mavericklsa.com DREHFLÜGLER Drehflügler finden in den USA zuneh- mend Interesse und zwar nicht nur bei Privatleuten, sondern auch bei den Si- cherheitskräfte Polizei und Grenzschutz die nicht auf eine FAA Zulassung ange- wiesen sind. Denn Autogyros sind nach den US Ge- setzen zwar LSA dürfen aber nicht flug- fertig verkauft werden. Für Privatleute dürfen Gyros nur als Bausätze nach der 51 % Regel verkauft werden (das heißt, der Kunde muss min- destens 51 % der Bauleistung selbst er- bringen). Die FAA arbeitet auf Druck des US Gyroverbandes zwar zurzeit an den Zulassungsbestimmungen für flugfertige Geräte, aber das kann noch dauern. AutoGyro Die deutsche Firma AutoGyro hin- terließ einen sehr starken Eindruck auf der diesjährigen AirVenture. Die Ame- rikaner waren von der breiten Produkt- Palette sehr beeindruckt. AutoGyro ist eine der wenigen Firmen, die drei Mo- delle zur Auswahl bieten und zwar den offenen Zweisitzer MTOsport, das ge- schlossene Tandem Calidus und den na- gelneuen Side-by-Side Cavalon. Die- se Geräte kosten in den USA 75.000, 95.000 und 110.000 US-Dollar. Bei den genannten Preisen ist der 100 PS Rotax- Motor im Preis inklusive. Für die Rotax- Turbovariante sind 9000 Dollar mehr auf den Tisch zu legen. Die Firma bie- tet eine Baubegleitung an fiir 1.500 Dol- lar für Mitglieder einer Baugruppe bzw. für 3.500 Dollar für Einzelbauer. Damit möchte der Hersteller die Qualität des gebauten Gerätes garantieren. Großen Eindruck machte auf das Publikum die Anzahl der bereits produzierten Geräte der Firma, über 1000 wurden schon aus- geliefert. Gleichzeitig ist die Firma größ- ter Einzelabnehmer von Rotax-Motoren der Welt. www.autogyrousa.com — www. auto-gyro.de Sport Copter Die US-amerikanische Firma Sport Copter überraschte das Publikum mit einem ausgereift wirkenden Gerät, das man eindeutig den Hochleistungsgyros zurechnen kann. Mit dem ausgestellten Gerät fliegt ein Hilfssheriff an der mexi- kanischen Grenze Patrouillen. Es ist aus- estattet mit einem L comin 10-360- Motor, der mit einem Elektrogebläse zwangsgekühlt wird. Der 153.000-Dol- lar-Bausatz beinhaltet den Motor und zeichnet sich durch mehrere Besonder- heiten aus, die man sonst in dieser Klas- se schwer findet. Er hat einen Constant- Speed-Propeller (zertifiziert) und ein relativ hohes und stabiles Fahrwerk. So kann man an der Unterseite des Gyroko- pters Video- und Wärmebildkameras an- bringen. Für seine Klasse hat er auch eine ungewöhnlich hohe und breite Kabine, die viel Platz bietet. Eine etwa 10 Pro- zent kleinere Version wird als LSA-Ge- rät im nächsten Jahr auf den Markt kom- men. Sie wird angetrieben von einem Rotax 914-Triebwerk und soll fertig ge- baut 100.000 Dollar kosten (Bausatz 69.900 Dollar ohne Motor). www.sport- copter.com LLC Larry Neil aus Texas, der Besitzer der Firma LLC, brachte eine aufgemotzte Variante seines Butterfly Hubschraubers mit nach Oshkosh. Der Butterfly Turbo Golden hat als Antrieb einen 300 PS- Turbo-Motor von Subaru. Zur Vorrota- tion des Hauptrotors wird ein 72 Volt- Elektro-Motor verwendet, der den Rotor schon im Stand auf Startgeschwindigkeit bringt. Nach den Worten des Besitzers ist der Turbo Golden mit einer Nutzlast von 300 Kilo in der Lage, das höchste Ge- wicht aller Gyrokopter zu heben. www. thebutterflyllc.com 18 finget CiT Magazin Nr. 110 Sikorsky Sikorsky präsentierte auf seinem Stand zwei besonders interessante Hubschrau- ber. Einer ist der X2, eine Machbarkeits- studie der Firma, die den inoffiziellen Welt-Geschwindigkeitsrekord für Hub- schrauber mit 250 Knoten innehat. Die- se Studie ist insofern interessant, weil der Hubschrauber zwei gegenläufig laufende Hauptrotoren besitzt und zusätzlich ei- nen Propeller am Ende des Rumpfes in Schub-Konfiguration hat, der nur im Ho- rizontalflug zugeschaltet wird. Komposite Construction Einen neuen vier- bis fiinfplätzigen Turbinen-Hubschrauber zeigte der Her- steller Komposite Construction aus Neu- seeland. Die ganz aus CFK gefertigte Hülle wird extrem leicht sein. Angetrie- ben werden soll der Bausatz-Heli entwe- der von einer überholten Allison-C250 oder einer neuen Rolls-Royce 300 oder 500er Serie. MOTOREN Rotax Marktführer Rotax feierte den 40 000. Viertakter-Luftfahrtmotor der 912/914 Reihe und den 15. Geburtstag des 914 Turbos. Noch eine Zahl gab Anlass zum Feiern: Den siebenmillionsten Motor al- ler Anwendungsbereiche insgesamt pro- duzierte die Firma BRP-Powertrain, Mutterhaus von Rotax. www.brp.com, www.rotax.com D-Motor Für die belgische Firma ist dies der erste Besuch in Oshkosh. Seit Fried- richshafen wurden schon zehn Motoren ausgeliefert. Diese Vorserien Motoren werden jetzt von der Firma genau beo- bachtet, um die Haltbarkeitsdauer unter realen Bedingungen zu ermitteln. Eine Sechs-Zylinder-Variante mit 120 PS soll bald folgen und nur 56 Kilo wiegen. www.d-motor.com RIMA Der brasilianische Hersteller brach- te als Premiere gleich zwei Motoren mit nach Oshkosh. Als Großserienherstel- ler hat sich die Firma schon einen Na- men gemacht und produzierte für VW do Brasil über 200.000 luftgekühlte Mo- toren. Den bekannten VW-Boxer-Vierzy- linder-Motor gedenkt die Firma auch fiir Luftfahrtanwendungen anzubieten. Da- für wurde der Originalblock an die neue Funktion mit einem zusätzlichen Pro- pellerstützlager an der Kurbelwelle an- gepasst. Aus Gewichtsgründen wird der Motorblock aus Magnesium gefertigt. Der ausgestellte Prototyp hatte die Ori- ginal-VW-Zylinderköpfe. Man entwi- ckelte aber neue einzelne Zylinderköpfe, die bald auf dem Prüfstand in verschie- denen Hubraumvarianten von 2,6 bis 3,3 Liter mit und ohne Turbolader getestet werden. 2012 gedenken die Hersteller den Motor in Brasilien zu zertifizieren. In den USA wird dieser Motor der Expe- rimental-Gemeinde angeboten und zwar zum Preis von 12.000 US-Dollar für die 90 PS-Variante. www.rima.com.br DUKE Aus Neuseeland kommt ein interes- santer Fünfzylinder-Rotationszylin- dermotor, bei dem sich die Zylinder an Zylinderkerzen und an Ansaug- und Ab- gasöffnungen vorbeibewegen. Sie sind so vielversprechend, dass es fast schon unglaublich klingt: Hubraum 185 ccm, 3300 U/min, 103 PS bei 45 Kilo. Mit gleichem Hubraum bei 6250 U/min soll der Motor bei gleichem Gewicht sogar sagenhafte 180 PS liefern. Der Motor funktioniert nach einem Viertaktprinzip, ist mit 43 mal 30 Zentimetern außeror- dentlich kompakt und soll so gut wie vi- brationsfrei mit Otto- und Diesel-Kraft- stoff laufen. www.dukeengines.com 4/2011 finget ka magdsin 19 20 flUgel Dng Burt Rutan wurde für sein Lebenswerk geehrt: 40 seiner Konstruktio- nen - von der Quicky bis zum Starship - waren in Oshkosh zu sehen (oben). Die Nach-Airshow mit Feuerwerk am Samstag Abend beein- druckte auch alte Hasen. OSHKOSH fitigel CegMagazin 21 OSHKOSH PROPELLER & MORE DUC Helices Für die französische Firma war dies der erste Besuch in Oshkosh mit der Er- kenntnis: "Wir hätten es viel eher ma- chen müssen!" Die Franzosen hatten ihr gesamtes Herstellungsprogramm ausge- stellt. Auf großes Interesse stießen sie bei den Amerikanern die Propeller mit einen Inconel-Metallblattschutz und die Turbo- Spinner mit Zusatzblättern, die für eine bessere Kühlung des Motors am Boden oder im Langsamflug dienen (siehe auch FLÜGEL Nr 108, 2-2011, Seite 63). www.duc-helices.com GT Propellers Auch für den italienischen Hersteller war dies der erste Besuch in Oshkosh. Die Resonanz auf seiner Produkte war laut Firmenangaben überdurchschnittlich gut, besonders im Bereich von Propellern für Oldtimer-Militärflugzeuge. www.gt- propellers.com Chabord Für die französische Firma, die auf hochwertige Auspuffanlagen speziali- siert ist, war dies schon der zweite Be- such in Oshkosh. Besonders angefragt wurden angepasste Lösungen für Hoch- leistungsmotoren, die aus geschweißten Inconel-Bögen hergestellt sind. Diese Komponenten sind besonders leicht und lassen gegenüber den Standardkompo- nenten bis zu 70 Prozent Gewichtser- sparnis zu. Für die Rotax-Motoren liefert die Firma auch Komponenten, die wer- den dann allerdings aus Prestigegründen aus etwas schwererem Edelstahl gefer- tigt. www.chabord.com Beringer Der südfranzösische Hersteller ist schon ein alter Hase in Oshkosh und dementsprechend bei sehr vielen Flug- zeugherstellern vertreten. Für die hoch- wertigen Komponenten ist die Firma Lockwood aus Florida jetzt das erste amerikanische Service-Center im Land. Eine neue Bremsanlage mit sehr schma- ler Silhouette zeigte man erstmalig hier auf der Messe. Sie eignet sich besonders für schnelle Flugzeuge. www.lockwood- aviation.com, www.beringer.fr AVIONIC AvMap Seit der Ankündigung im vergangenen Jahr hat die italienische Firma AvMap nun mit der Auslieferung des EKP V-Na- vigationsgerätes angefangen. Das Gerät, das wir auch auf der AERO sehen konn- ten, ist wesentlich dünner und leichter als der Vorgänger EKP IV. Besonders gut kamen die eingebauten, wechselbaren Batterien an, die den Betrieb auch ohne Bordstrom erlauben. Das Display-Maß beträgt wie beim Vorgänger sieben Zoll. Bedient wird das Gerät mit zehn Tasten und dem in einer Ecke angebrachten pro- gressiven Joystick mit Smartwheel. Die Datenbanken von Jeppsen und Seattle Avionics werden zu Navigationszwecken genutzt. Für viele Besucher war die F1- Taste des Gerätes interessant, weil man diese nach individuellen Wünschen kon- figurieren kann. Eine exklusive Neuigkeit konnten wir auch erfahren. AvMap ist dabei eine In- terface-Box namens EKP V zu entwi- ckeln. Dank der in der Box eingebauten Lagesensoren kann es Autopilot-Servos ansteuern. Möglicherweise werden wir auch bald eine Notfunktion in dem Gerät eingebaut sehen: Im Falle des Motoraus- falles wird das EKP V den nächstgele- genen Flugplatz anzeigen, den das Flug- zeug im Gleitflug erreichen kann. www. avmap.it Garmin Bei dem amerikanischen Hersteller gab es für die UL-/LSA-Gemeinde auch etwas Neues, und zwar präsentierte man für die G3X-Reihe der PFD/MFD Ge- räte den passenden Mode-S-Transponder GTX23 zum Preis von 2199 US-Dollar. Die Preise für die G3X-Geräte wurden gesenkt und fangen jetzt bei 5995 US- Dollar an. In der doppelten Geräteaus- führung mit XM Weather kosten die Ge- räte 8970 US-Dollar. www.garmin.com VAL Avionics Der Elektronikhersteller aus Oregon zeigte das neueste Gerät, genannt VAL_ COM_2000. Das soll mit einer Gesamt- höhe von nur 2,5 Zentimetern zurzeit der schmalste Einbau-Transceiver auf dem Markt sein. Er kostete 995 Dollar. www. valavionics.com GRT Avionics Die Firma GRT Avionics gab wäh- rend der Messe 1000 Dollar Nachlass für ihre Glasdisplays beim Kauf von Autopi- lotenserver. www.grtavionics.com Sporty's Bei Besuch des Sporty's-Standes in der Mitte der Woche waren die Verkäufer aus dem Häuschen. Sie hatten nämlich Pro- bleme, so viele iPads zu besorgen, wie Kunden kaufen wollten. Es scheint, als ob sich iPad zu der besten Navigations- hardware entwickelt. Es war so gut wie unmöglich einen Stand zu finden, der nicht irgendeine Software-Lösung für das Gerät angeboten hat. www.sportys. com Dynon Wie üblich waren die Dynon-Leute sehr beschäftigt, da ihre Geräte mittler- weile zum Standard in der LSA-Klas- se gehören. Es gab keine Neuankündi- gungen, aber auf der Messe konnten wir ein kleines zusätzliches Schaltpanel ent- decken, an dem noch keine Tasten oder Bedienknöpfe angebracht waren. Das Panel war zwischen zwei Dynon-Flach- schirmen angebracht. Ob wir nicht bald mit einer Überraschung von Dynon rech- nen können? www.dynon.com Acculock Inc Aus der schier unüberschaubaren Men- ge von Kameras, die im Cockpit zur Auf- nahme des Flugs angeboten werden, stach „The Blackbox" der Firma Accu- lock hervor. In der streichholzschach- telgroßen Box befinden sich zwei Ka- meras, eine nach vorne und eine nach hinten orientiert, so dass man gleichzei- tig das Cockpitinnere und den Flug fil- men kann. Zusätzlich werden durch den eingebauten GPS-Sensor Daten wie Ge- schwindigkeit und Kurs auf Google EarthView dargestellt. Messepreis: 399 US-Dollar. www.acculock.com 22 Nr. 110 OSHKOSH Meetin 4 e—flkjht ecolowcal electrdl evolutionary E-FLIGHT IN OSHKOSH EAA Electric Aircraft World Sym- posium 2011 Bereits zum zweiten Mal organisiert die EAA das Electric Aircraft World Symposium. Das Ziel dieser durch die e-flight-expo inspirierten Veranstaltung ist eine qualifizierte Kommunikations- plattform zu bieten für alle, die sich für umweltfreundliche Antriebstechniken in- teressieren. Das Symposium, das in die- sem Jahr durch GE Aviation gesponsert wurde, zeichnete sich erneut durch hoch- karätige Sprecher aus. FAA John Colomy, Direktorim FAA-Ka- der, zuständig für „Small Airplane", er- läuterte den Zuhörern, vornehmlich Her- steller, wo die FAA mit den gesetzlichen Bestimmungen für den Elektroflug sein wird. Motto: „Wenn Sie bereits sind, sind wir es auch!" US-Airforce Dr. Mark Maybury, Chef-Wissen- schaftler der US-Airforce, sprach zum Thema Reduktion des Treibstoff-Ver- brauchs bei gleichzeitiger Vergrößerung der Airforce-Flotte. Sikorsky Sergei Sikorsky fasste die bereits er- folgten Entwicklungen zusammen und schwärmte vom unglaublichen Tem- po der heutigen Entwicklung, speziell im Bereich der ökologisch orientierten Technologien. Argonne National Labs Dr. Don Hillebrand informierte über den „Elektrischen Treibstoff der Zu- kunft" in der Automobil-Industrie und den Möglichkeiten des Technologie- Transfers in der Luftfahrt. GE Aviation Dr. Dale Carlson steckte die Zuhö- rer mit seiner Begeisterung über die po- sitiven jüngsten Veränderungen in der Luftfahrt an. Sein Theam: „Die Zukunft des Elektrischen Antriebs". PC Aero Calin Gologan, Chef der deutschen PC-Aero, erklärte den Besuchern seine Electra One und stellte die Zukunftspro- jekte Electra Two (Zweisitzer) sowie Electra Four (Viersitzer) vor. LEAP Erik Lindbergh, Enkel des Transatlan- tik-Pioniers Charles A. Lindbergh, er- klärte beim Elektro-Symposium seinen "LEAP" Award (Lindberg Electric Air- craft Prize) und überreichte Calin Go- logan den Preis für das leiseste Elek- tro-Flugzeug — einer der Preise aus dem vielseitigen LEAP-Programm. Sikorsky Zum zweiten Mal wurde der andere in- teressante Hubschrauber von Sikorsky, der rein elektrisch fliegende Firefly aus- gestellt. Die Prüfstandtests sind so gut wie abgeschlossen. Jetzt geht man bei Sikorsky auf Bodentests im Freien über. Nach heutigem Stand der Technik reicht die Batteriekapazität des Firefly bereits für eine 15minütige Flugmission. www. sikorsky.com Lazair Neben den anderen NASA Green Chal- lenge-Teilnehmern, wie der Waiex von Sonex, beeindruckte ein kleiner Elek- troflieger die Zuschauer im UL-Gelän- de von Oshkosh. Dale Cramer flog dort mit seinem elektrifizierten UL vom Type Lazair. Der kleine durchsichtige Flieger, von dem Dale in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts mehr als 1200 Bausätze verkaufte, wird von zwei Tur- nigy CA-120-70 Motoren mit 81 cm Pro- peller angetrieben. Die Motoren werden von zwei JetiSpin OPTO 300 Reglern gesteuert, als Batterie dienen 96 Zippy 5.000 milli-A/h-Zellen zusammengefasst in sechs Einheiten. Dale erklärt, dass die ganze Antriebseinheit nur zirka 1500 bis 2000 Euro kostet. Die Bauteile stam- men allesamt aus dem Modellbau. Und Dales Lazair hat noch eine weitere Be- sonderheit, die Maschine ist ein Amphi- bium. Unter http://www.youtube.com/ watch?v--YINO0aoSAGg kann man se- hen, dass auch Kräfte raubende Wasser- starts mit e-Motor möglich sind. Pipistrel Der Pipistrel Viersitzer G4 hat wäh- rend des AirVenture allen Erwartungen entsprechend ein großes Interesse ausge- löst. Der Erstflug des in Oshkosh verblei- benden G4 dürfte mit der Drucklegung dieses Heftes zusammenfallen. Er wur- de speziell für den NASA Green Flight Challenge aus zwei Taurus-Rumpfteilen entwickelt. Flügel Cif@ Magazin 23